Lenninger Tal

Schwindende Schüler bedeuten das Aus

Grundschule In Gutenberg wird im nächsten Schuljahr nicht mehr unterrichtet. Die Schüler weichen nach Oberlenningen beziehungsweise nach Schopfloch aus. Von Anke Kirsammer

Hier wird künftig nicht mehr unterrichtet. Foto: Jean-Luc Jacques
Hier wird erstmal nicht mehr unterrichtet. Foto: Jean-Luc Jacques

Es war ein schleichender Prozess. Doch nun gibt es daran nichts mehr zu rütteln: Die Grundschule in Gutenberg schließt. Wenn die jetzigen Viertklässler die Schule verlassen, hätten im Talschluss von September an noch drei Kinder die Schulbank gedrückt. „Dass Unterricht mit so wenigen Schülern kritisch ist, war auch den Eltern klar“, sagt Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht. Für alle drei haben die Familien deshalb einen Schulbezirkswechsel beantragt. Zwei Kinder besuchen im kommenden Jahr die Grundschule in Oberlenningen, ein Kind fährt nach Schopfloch. „Die Eltern haben sich bewusst dafür entschieden, weil sie von dem Modell überzeugt sind“, so Schlecht.

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Wie bisher in Gutenberg, werden die Kinder auch in der Kleinschule auf der Alb von Klasse 1 bis 4 gemeinsam unterrichtet. „Wenn unser Konzept angenommen wird, tut das sehr gut“, sagt die Schopflocher Schulleiterin Resi Wörz. Im Prinzip habe sie wie ihre Kollegin Edith Schildhabl vier Lehraufträge, da sie den Stoff für jede Klassenstufe vorbereiten müsse. „Aber es macht Spaß, so zu arbeiten. Ich gehe jeden Tag gerne in die Schule“, betont Resi Wörz. Sie hat beobachtet, dass sich neue Kinder in der Klassengemeinschaft schnell wohlfühlen und keiner unter- beziehungsweise überfordert wird.

Noch keine Auflösung

Derzeit besuchen 19 Kinder die Schopflocher Schule, für September sind 21 angemeldet. Weil für die Klassenstufen 1 bis 3 die Zahl von 16 Schülern nicht mehr erreicht worden war, wurden zum Schuljahr 2014/15 alle vier Klassen zusammengelegt. Ein Jahr später folgte Gutenberg mangels Kinderzahl dem Beispiel. In beiden Schulen waren zuvor bereits jahrelang die Klassen 1 und 2 sowie 3 und 4 jahrgangsübergreifend unterrichtet worden.

„Das Aus in Gutenberg bedeutet noch keine Auflösung des Schulstandorts“, hebt Michael Schlecht hervor. Mit dem Staatlichen Schulamt möchte er jetzt über die weitere Entwicklung der Schule reden. Doch geht er angesichts der geringen Kinderzahlen in dem Lenninger Ortsteil nicht davon aus, dass sich an der Situation in den nächsten Jahren viel ändert. Der Ortschafts- und der Gemeinderat müssten sich deshalb Gedanken darüber machen, was mit dem Standort passieren soll.