Lenninger Tal

Seltener Schmetterling am Albtrauf

Artenvielfalt Im Lenninger Forstrevier findet das vom Aussterben bedrohte „Bergkronwicken-Widderchen“ Nahrung.

Lenningen. Die Population des Schmetterlings, der auf der Roten Liste der bedrohten Arten steht, ist in den letzten Jahren am Albtrauf stabil geblieben. Voraussichtlich wird sich das „Bergkronwicken-Widderchen“ in naher Zukunft sogar weiter ausbreiten können. Doch was macht die Wälder Lenningens so attraktiv für den Schmetterling?

Im Staatswald nahe Schlattstall findet man steile Kalkschutthalden. Nur karge Vegetation kann sich halten - für lichtliebende Spezialisten der Tier- und Pflanzenwelt ein El Dorado. Hier gedeiht die Berg-Kronwicke. Sie ist die Futterpflanze des Bergkronwicken-Widderchens, auch Glückswidderchen genannt, und der für die Schwäbische Alb typischen Form des Elegans-Widderchens.

Der Biologe Dr. Matthias Dolek, der sich im Rahmen der Umsetzung des Artenschutzprogramms mit Revierleiter Alexander Klein traf, spart nicht mit Superlativen: „Das Elegans-Widderchen ist weltweit einmalig“, betont der Fachmann. Erklärtes Ziel ist es, die zwingend benötigte Futterpflanze beider Widderchen-Arten zu vermehren und so den Schmetterlingen größere Populationen zu ermöglichen. „Das hier ist ein Riesenerfolg“, sagt Dolek und zeigt auf zahlreiche neue kleine Berg-Kronwicken am Boden einer Teilfläche, auf der bereits vor zwei Jahren Pflegemaßnahmen durchgeführt wurden. Mehrere Eier der Schmetterlinge konnten auf den Blättern der Berg-Kronwicken bereits nachgewiesen werden. Breite Zustimmung finden die Vorschläge von Förster Klein, die Fläche behutsam zu erweitern. Das ist jedoch gar nicht so einfach: „Die Kunst besteht darin, an den Sonderstandorten genau das richtige Maß von Licht auf den Boden zu bringen“, sagt Alexander Klein. Ein Übermaß an Sonne befeuere das Wachstum unerwünschter Konkurrenzpflanzen, zu wenig Sonne lasse die Berg-Kronwicken ausdunkeln.

Im Kielwasser der Pflegemaßnahme werden zahlreiche seltene Arten mitgefördert: Ob Zottige Mauerbiene, Alpenbockkäfer, Pfingstnelke, Uhu oder Rotes Waldvögelein - sie alle profitieren von lichten und offenen Lebensräumen. pm

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