Lenninger Tal

Signal an Gewerbetreibende

Personal Lenningen, Owen und Erkenbrechtsweiler stellen gemeinsam einen Wirtschafts- und Tourismusförderer ein. Vorrangig geht es um Arbeitsplätze und kreative Ideen. Von Anke Kirsammer und Iris Häfner

Ob Einmannbetrieb oder mittelständische Unternehmen - im Lenninger Tal sollen sich weitere Firmen ansiedeln. Die Kommunen invest
Ob Einmannbetrieb oder mittelständische Unternehmen - im Lenninger Tal sollen sich weitere Firmen ansiedeln. Die Kommunen investieren deshalb in die Wirtschaftsförderung. Foto: Jean-Luc Jacques

Im Lenninger Tal soll sich in Sachen Arbeitsplätze und Tourismus etwas bewegen. Die Gemeinderäte von Lenningen, Owen und Erkenbrechtsweiler haben deshalb beschlossen, gemeinsam einen Wirtschafts- und Tourismusförderer einzustellen. Angeregt wurde das auch im Rahmen der Standortstudie „Handel, Gewerbe und Tourismus“, die die drei Kommunen in Auftrag gegeben hatten. Während das Augenmerk in Owen und Erkenbrechtsweiler mehr auf dem Tourismus liegt, erhofft man sich in Lenningen insbesondere die Schaffung sozialversicherungspflichtiger Jobs. Dass Flächen für Betriebe zur Verfügung gestellt werden, hatte der Stadtplaner Professor Dr. Richard Reschl bei der Vorstellung der Ergebnisse im Frühjahr als zentrales Thema benannt. „Das ist äußerst schwierig“, sagte Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht jetzt dazu. Er bekräftigte jedoch seine Hoffnung, brachliegende Flächen der Papierfabrik Scheufelen zu „recyceln“ und ein Gesamtkonzept zu erarbeiten.

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Einen Wirtschaftsförderer zu haben, bedeute nicht, dass Bürgermeister und Gemeinderäte die Hände in den Schoß legen, so Michael Schlecht. Ihm geht es vorrangig um das Entwickeln kreativer Ideen. „Damit senden wir auch ein Signal an unsere Gewerbetreibenden, dass die Gemeinde sie unterstützt.“ Die Wirtschaftsförderung soll im Verbund mit dem Landkreis und Wirtschaftsverbänden agieren. Um gute Bewerber zu bekommen, wird die Stelle unbefristet ausgeschrieben. Personal- und Sachkosten werden auf 100 000 Euro geschätzt. Die drei Kommunen hoffen auf eine Kofinanzierung durch den Verband Region Stuttgart in den nächsten drei Jahren.

Im Lenninger Gemeinderat stieß das Ansinnen auf ein positives Echo: „Vor einigen Jahren hätten wir bei so einem Vorschlag noch den Kopf geschüttelt“, sagte Wolfgang Tröscher. Vor dem Hintergrund der Entwicklung bei der Papierfabrik sieht er einen Wirtschaftsförderer als dringend notwendig an. Armin Diez drängte darauf, bei der Stellenbesetzung keine Kompromisse einzugehen. „Alles ist besser, als nichts zu tun“, so Karl Boßler. Sei nach drei Jahren kein Erfolg erkennbar, könne man die Stelle auch beerdigen.

Schon in der Sitzung Ende April gab der Owener Gemeinderat grünes Licht für die Stelle. Thomas Rabel hätte allein schon hundert Aufgaben für den neuen Mitarbeiter. „Der Gemeinde könnte nichts Besseres passieren“, urteilte Thomas Kerßens. Langeweile dürfte bei dem Stelleninhaber seiner Ansicht nach nicht aufkommen. „Er hat sehr viele Aufgaben, und es dauert sicher eine gewisse Zeit, bis er alle Personen und Bereiche kennt“, sagte er.

„Es gilt, für jede Kommune spezielle Ziele zu erarbeiten, um dem Strukturwandel entgegenzuwirken“, sagte Owens Bürgermeisterin Verena Grötzinger mit Blick auf die neue Stelle. Dabei gehe es auch um die Vermarktung touristischer Angebote und die Akquise von Fördergeldern. Die drei Kommunen seien gemeinsam in dieser Sache unterwegs, um Synergien nutzen zu können. „Es geht darum, die Interessen zu bündeln, in den Kommunen Kataster aufzuarbeiten und Projekte zu begleiten. Die Vernetzung ist mir wichtig, damit das Rad nicht neu erfunden werden muss“, erklärte sie. Um die Ausschreibung der Stelle kümmert sich nun der interkommunale Beirat.