Lenninger Tal

Singend vom kleinen zum großen Licht

Fackelzug Mit der Wintersonnwendfeier verkünden die Owener Obst- und Gartenbauer das Ende der langen Nächte. Kinder entfachen beim Sportheim ein großes Feuer. Von Thomas Krytzner

Nach einer weihnachtlichen Wanderung stecken die Kinder den Holzstoß mit ihren Fackeln in Brand.Foto: Thomas Krytzner
Nach einer weihnachtlichen Wanderung stecken die Kinder den Holzstoß mit ihren Fackeln in Brand.Foto: Thomas Krytzner

Die dunklen und kurzen Tage sind gezählt. Mit der Sonnenwende dreht sich das Tag-Nacht-Gefüge kurz vor Weihnachten und beschert wieder längere Helligkeit. Die Mitglieder vom Obst- und Gartenbauverein (OGV) Owen feiern dieses winterliche Erlebnis nun zum zwölften Mal und seit sechs Jahren in Kooperation mit der Ortsgruppe vom Schwäbischen Albverein.

Pfarrer Dr. Ekkehard Graf nahm die 100 Kinder samt Eltern mit auf eine weihnachtliche Wanderung. Alle Kinder bekommen eine persönliche Fackel, die als kleines Licht den richtigen Weg in der dunklen Zeit weisen soll. Während sich der Fackelzug rund um Owen bewegt, liest Graf besinnliche Texte und Geschichten, und es sind bekannte Weihnachtslieder zu hören. Schließlich finden die Kinder mit ihren Fackeln den Weg zum Sportheim. Dort haben die Mitglieder der veranstaltenden Vereine einen riesigen Holzstoß aufgeschichtet und mit trockenem Stroh unterlegt.

„Das schaffen wir an einem Tag“, sagt Kassier Ulrich Scheufele. Die erste Vorsitzende Gertrud Bader weiß, dass sich die Menschen in dieser Jahreszeit besonders nach Licht sehnen. „Deshalb haben wir uns auch entschlossen, die Sonnenwende nicht im Sommer zu feiern, sondern in der dunklen Jahreszeit.“

Die Jungbläser vom Posaunenchor in Owen stimmen bekannte Weihnachtslieder an, und Pfarrer Graf richtet seine Botschaft an die Kinderschar: „Auf der Wanderung waren wir alle kleine Lichtlein, und nun sind wir zum großen Feuer gekommen. Jetzt soll es uns leuchten und wärmen.“ Mit diesen Worten erging der Startschuss zum Anzünden des Holzstoßes. Unter der Anleitung von Feuerwehrmännern nähern sich die Kinder stolz mit ihren Fackeln dem aufgeschichteten Holz und stecken diese auf Kommando ins Stroh. Es dauert nicht lang, bis die ersten Flammen lodern und schließlich der ganze Holzstoß ächzend und knackend lichterloh brennt. Nicht nur für die Kinder ist das Abbrennen des Sonnwendfeuers ein erhabener Augenblick. Stolze Eltern und zahlreiche Besucher bewundern das Feuer. Für die Kinder wird es aber gleich noch mal spannend, denn schon von Weitem ist die Glocke des Nikolaus zu hören, und alle Kinder dürfen sich über eine Nikolausüberraschung freuen.

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