Lenninger Tal

„Soko Stuttgart“ ermittelt in Zizishausen

Dreharbeiten für die ZDF-Krimiserie am See des Angler- und Fischereivereins Nürtingen

Am Zizishäuser Baggersee herrscht Hochbetrieb: Für das ZDF wird eine Episode der Fernsehserie „Soko Stuttgart“ gedreht. Drei Tage lang entstehen dort die Außenaufnahmen der 161. Folge. Sie handelt vom Mord an einem Schüler. Dafür verlegt die Produktionsfirma die Landeshauptstadt kurzerhand nach Zizishausen.

Tatort Baggersee: Filmset der „Soko Stuttgart“-Folge in Zizishausen.Foto: Jürgen Holzwarth
Tatort Baggersee: Filmset der „Soko Stuttgart“-Folge in Zizishausen.Foto: Jürgen Holzwarth

Nürtingen. „Ruhe bitte, wir drehen!“ – schon laufen die Hauptdarsteller Astrid M. Fünderich (Soko-Chefin und Erste Kriminalhauptkommissarin Martina Seiffert), Peter Ketnath (Kriminalhauptkommissar Joachim „Jo“ Stoll) ins Bild. Die Szene ist schon fast im Kasten, da muss Regisseur Patrick Winczewski abbrechen – ein Flugzeug fliegt über den Drehort. Der Fluglärm passt nicht zur Szene. „Jede Geräuschquelle, die nicht zu sehen ist, stört“, sagt die Erste Aufnahmeleitern Sissy Thoms. Dafür müssen im nahe gelegenen Kieswerk die Arbeiten ruhen, wenn die Aufnahme läuft. Filmteam und Firma stehen per Funk in Kontakt. Erst wenn die Szene im Kasten ist, dürfen draußen die Lastwagen wieder beladen werden.

Die Fernsehserie wird von der Bavaria Fernsehproduktion für das ZDF produziert. Ihre Basis hat das Fernsehteam im Römerkastell in Bad Cannstatt. Die Innenaufnahmen der „Soko Stuttgart “ entstehen dort. Für die Außenaufnahmen sei man meistens in Stuttgart unterwegs, sagt Thoms.

Für die Episode mit dem Arbeitstitel „Am See“ brauchte man jedoch einen Badesee – oder zumindest einen See, den man zum Badesee machen konnte, erzählt Thoms. „Wir wollten nicht zu weit weg von Stuttgart drehen“, sagt Thoms. In der Folge wird die Leiche eines Gymnasiasten gefunden. Sein Leistungskurs hat in der Nähe gezeltet. Was wie ein Unfall aussieht, stellt sich rasch als Mord heraus.

Karl Kraus vom Angler- und Fischereiverein Nürtingen erzählt, dass das Filmteam übers Internet auf den Verein und den See gestoßen sei.

Das Gewässer bietet sich an: Der „Untere Fischersee“, wie er offiziell heißt, liegt komplett auf Privatgelände und ist eingezäunt – Unbefugte haben keinen Zutritt.

Während an einem Ufer die Leiche (das Mordopfer spielt Jonas Matthes) von der Polizei geborgen wird, bauen die Requisiteure ein komplettes Zeltlager am anderen Ufer auf. Hinter den Kulissen geht es lebhaft zu: Das Produktionsteam hat einen Gelenkbus zur fahrenden Garderobe und Maske umgebaut, daneben steht ein Catering-Wagen, Transporter und Lkws bringen die Technik, die Polizeikomparsen fahren in (fast) echten Streifenwagen herum.

Um 7.40 Uhr beginnt für die Schauspieler die Arbeit, dann ist ein Teil der Crew schon auf den Beinen. Eine Stunde Maske steht auf dem Plan. Danach geht es in die Garderobe. Drehbeginn ist schließlich gegen 9 Uhr. Drehschluss ist, wenn das Tagesprogramm geschafft ist.

In Zizishausen sind drei Drehtage angesetzt. „Wir drehen blockweise“, sagt Thoms. Ein Block dauert 26 Tage. In dieser Zeit werden immer vier komplette Folgen gedreht. Sechseinhalb Drehtage sind für jede der 45-minütigen Episoden angesetzt. Bis November soll die komplette siebte Staffel der Vorabendserie fertig sein.

Die Ausstrahlung ist ab Herbst 2015 geplant. Die Episode 161, in der der Zizishäuser Baggersee zum Stuttgarter Badesee wird, ist voraussichtlich im März oder April kommenden Jahres im Fernsehen zu sehen.

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