Lenninger Tal

Straße ist sechs Wochen lang dicht

Umleitung führt während der Sommerferien in Oberlenningen über die Marktstraße und die Brunnensteige

Baustellen sind immer für Überraschungen gut: Damit der Zeitplan gehalten werden kann, ist die Sperrung eines Abschnitts der B 465 in Lenningen nötig.

Der gesamte Abschnitt der B 465 um die Rösslekurve in Oberlenningen bleibt in den Sommerferien gesperrt.Foto: Carsten Riedl
Der gesamte Abschnitt der B 465 um die Rösslekurve in Oberlenningen bleibt in den Sommerferien gesperrt.Foto: Carsten Riedl

Lenningen. Manchen wird es nicht wundern: Der Bauzeitenplan für die Sanierung der Bundesstraße in Oberlenningen wackelt gewaltig. Um die Chance zu haben, tatsächlich in diesem Jahr fertig zu werden, ist die Vollsperrung eines längeren Stücks der Adolf-Scheufelen-Straße und der Amtgasse vom 1. August bis zum 11. September nötig. Der Verkehr wird während dieser Zeit über die Marktstraße und die Brunnensteige umgeleitet. Die Busse sollen in dieser Zeit über den Marktplatz fahren.

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Ohne die Vollsperrung würde sich die Baustelle voraussichtlich bis in den März oder April kommenden Jahres ziehen, erklärte Planer Wolfgang Bürkle vom gleichnamigen Büro. Unvorhergesehene Arbeiten wirbeln den Zeitplan ordentlich durcheinander: So nutzt die Landeswasserversorgung die offenen Gräben, um eine Hochdruckleitung zu erneuern, das Albwerk zieht ein neues Stromkabel ein, und die Firma Scheufelen erneuert Sammelleitungen zusätzlicher Kanalhausanschlüsse.

Kein Verständnis für die Nachjustierungen zeigte Gemeinderat Karl Boßler. Er warf dem Planer vor, nicht ehrlich genug in die Baustelle reingegangen zu sein. Die Kritik wollte Wolfgang Bürkle jedoch nicht auf sich sitzen lassen: „Ich kann nicht mehr machen, als alle Beteiligten im Vorfeld einzuladen.“ Wenn hinterher noch Firmen mit Sonderwünschen kämen, habe man keine andere Wahl. „Das sind Dinge, die ärgern mich auch. Die habe ich aber nicht in der Hand.“

Bislang war vorgesehen, die Bauarbeiten Ende November beziehungsweise mit einem mehrwöchigen Puffer spätestens Ende des Jahres abzuschließen. Durch die Vollsperrung erhofft sich der Ingenieur Wolfgang Bürkle, den Fahrplan halten zu können. Dazu müsse jedoch alles sauber laufen. Vorgesehen ist, in dem gesperrten Abschnitt mit zwei Kolonnen auf die Tube zu drücken. „Die Maßnahme liegt komplett in den Sommerferien. Da ist auf der B 465 weniger Verkehr“, gab Bürkle zu bedenken. Zudem lassen sich 35 000 Euro einsparen, weil der Gehweg durch die Vollsperrung in einem Teilbereich lediglich eine neue Decke bekommen muss. Als Vorteil stellte er auch heraus, dass damit der Kanal in diesem Abschnitt in die Fahrbahnmitte gelegt werden kann und die Schachtdeckel künftig nicht mehr überfahren werden müssen. Die befürchteten Setzungen der Schächte hatten den Gemeinderat bereits in der vergangenen Sitzung beschäftigt.

Die jetzige Lösung freute deshalb insbesondere Ratsmitglied Jürgen Rau. Seine Frage nach den Chancen, innerhalb der sechs Wochen mit den Bauarbeiten auf dem Abschnitt fertig zu werden, bezeichnete Rolf Gehrer, Geschäftsführer der Tiefbaufirma Georg Moll, als „Herausforderung, der wir uns stellen werden“. Etwas Reserve sei eingeplant. Sämtliche Bauarbeiter der Firma nehmen ihren Urlaub außerhalb der Ferien. Weil von Randstein zu Randstein gearbeitet werden kann, ist in den unteren Schichten nicht nur Flickwerk möglich und in der Deckschicht gibt es keine Mittelfuge mehr. Auf Nachfrage des Teckboten erklärte Gehrer, momentan gebe es leichte Verzögerungen im Bauzeitenplan. Grund ist die Stützmauer auf Höhe der Papierfabrik. Das völlig poröse Bauwerk habe für manche Überraschung gesorgt. „Bis zu den Ferien haben wir damit noch ein strammes Programm“, so Gehrer.

Bürgermeister Michael Schlecht erinnerte an seinen ursprünglichen Vorschlag, die „mords Baustelle“ zu splitten. Damit sei er aber im Regierungspräsidium und im Gemeinderat auf taube Ohren gestoßen. Er störte sich daran, dass während der Sperrung ein „erheblicher Verkehr“ durch die Marktstraße und am Julius-von-Jan-Gemeindehaus vorbeifließt.

Ratsmitglied Volker Hofmann, örtlicher Polizeibeamter, erachtete die Umleitung hingegen nicht als Problem und plädierte für die Vollsperrung der Bundesstraße: „Ich möchte nicht, dass sich die Baustelle bis in den März zieht.“ Falk Kazmaier hätte ein höheres Einsparpotenzial erwartet und stieß sich daran, dass es zu den Kosten keine Tischvorlage gab.

Während Bürgermeister Schlecht als Einziger im Rund der durch die Firma Moll beantragten Vollsperrung der B 465 von der Abzweigung Marktstraße bis zur Abzweigung Brunnensteige von Anfang August bis 11. September nicht zustimmte, votierten die Gemeinderäte bei einer Enthaltung dafür. Ob der Verkehr nun in den Sommerferien wie vorgeschlagen über die Nebenstraßen umgeleitet werden kann, entscheidet die Verkehrsbehörde des Landratsamts.