Lenninger Tal

„Swim & Run“ statt Mathe büffeln

Im Oberlenninger Freibad und auf der Laufstrecke geben Lenninger Realschüler alles

Schwimmen und Laufen standen gestern bei den Lenninger Realschülern auf dem Stundenplan. 187 Teilnehmer wetteiferten miteinander um Bestzeiten.

swim and run der Lenninger Realschule im und ums Oberlenninger Freibad
swim and run der Lenninger Realschule im und ums Oberlenninger Freibad

Lenningen. „3, 2, 1 – Start!“ Ein Pfiff ertönt und 15 Schüler pflügen durchs Wasser, dass es nur so spritzt. Aus den Lautsprechern wummern Bässe. Lehrer und Schüler feuern die schwimmenden und kraulenden Mitschüler mit rhythmischem Klatschen an. Nach einer halben Länge setzen sich zwei Jungen mit einer weißen Badekappe ab. Bahnen später stemmt sich der Erste aus dem Becken, schlüpft triefnass in T-Shirt und Sportschuhe und geht auf die Laufstrecke. „Swim & Run“ heißt heute das Motto der Realschule Lenningen. Statt Mathe zu büffeln oder über Texten zu brüten wird gesportelt. Freibad statt Klassenzimmer.

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187 der insgesamt 476 Realschüler starten in drei verschiedenen Kategorien oder tun sich zu zweit zu einer Staffel zusammen. Die längste Distanz sind 300 Meter Schwimmen und 3,6 Kilometer Laufen, die kürzeste 100 Meter Schwimmen und 1,4 Kilometer Laufen. Gezwungen wird keiner. Sportlich nicht ganz so Ehrgeizige dürfen als Helfer ran. „Wir haben alle Kinder integriert“, sagt die Sportlehrerin und Initiatorin Sabine Vayhinger. Die einen fungieren als Riegenführer, die anderen als Streckenposten oder Bahnenzähler, wieder andere klauben den Müll auf, bewachen die Umkleiden, betreuen die Wechselzone oder sorgen für leckere Snacks wie Früchtebecher, Hot Dogs und Waffeln.

Schon von weitem leuchten die neongelben Westen der Schulsanitäter. In 36 Stunden haben sich zwölf Siebtklässler im Rahmen einer AG über mehrere Monate ausbilden lassen. „Wir hatten gerade ganz schön was zu tun“, sagt Annika, die zusammen mit Franziska die Schüler am Zieleinlauf betreut. Einzelne Sportler haben Probleme mit dem Kreislauf, auch über Seitenstechen und Bauchschmerzen klagen manche. Ein Junge braucht einen Kältepack, weil sein Knie schmerzt. Doch größere Verletzungen gibt es nicht. „Im Großen und Ganzen hat alles prima geklappt“, sagt Sabine Vayhinger im Anschluss an die Veranstaltung.

Für einen reibungslosen Ablauf von „Swim & Run“ sorgen nicht zuletzt die Sportlehrer. Zehn Kollegen hatten den Tag akribisch vorbereitet und sich seit Oktober regelmäßig getroffen. Transponder samt Zeitmessanlage und Zielbogen mussten ausgeliehen werden, T-Shirts für die Teilnehmer kreiert und Pokale angefertigt werden.

Auch wenn sich manche Schüler mit hochrotem Kopf über die Ziellinie schleppen, sind ihnen wie auf der Strecke am Heerweg oder auf dem Radweg am Kanal Anfeuerungsrufe sicher: „Hopp, hopp, hopp“, schallt es ihnen entgegen. „Super! Klasse!“

Vom Regenguss während der Siegerehrung lässt sich die Schulgemeinschaft die Stimmung nicht vermiesen. „Beeindruckend, dass viele Schüler dageblieben sind“, sagt der Sportlehrer Marcus Walter. Der Triathlet ließ es sich nicht nehmen, nach dem Wettbewerb der Schüler zum Kräftemessen mit ein paar Kollegen anzutreten.

„Swim & Run“ hat die Feuertaufe bestanden. „Es hat alles reibungslos geklappt“, so Sabine Vayhinger. Dennoch ließen sich einzelne Dinge optimieren. Das soll im nächsten Jahr angepackt werden. – Bei der zweiten Auflage von „Swim & Run“.

Fotos: Jean-Luc Jacques

swim and run der Lenninger Realschule im und ums Oberlenninger Freibad
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