Lenninger Tal

Talenttag für Behindertensportler

Aktion Das Bewegungszentrum Pfulb richtet am 13. Juli einen Tag für junge Leute mit Handicap aus. Auch Nichtbehinderte können am Nachmittag verschiedene Sportgeräte ausprobieren. Von Anke Kirsammer

Sie freuen sich, dass sich an der Pfulb etwas bewegt: Gabi Kazmaier und ihre beiden Kinder Linn und Lasse.Foto: Carsten Riedl
Sie freuen sich, dass sich an der Pfulb etwas bewegt: Gabi Kazmaier und ihre beiden Kinder Linn und Lasse.Foto: Carsten Riedl

Mit einem Paukenschlag kehrt in die Pfulb wieder Leben ein: Als Kooperationspartnerin des Württembergischen Behinderten- und Rehabilitationssportverbands (WBRS) und der Deutschen Behindertensportjugend (DBSJ) stellt Gabi Kazmaier, Kopf des Bewegungszentrums Pfulb, am Freitag, 13. Juli, in Schopfloch einen Talenttag im Behindertensport auf die Beine, der sich sehen lassen kann. Die Organisatorin strotzt vor Energie: „Wir wollen zeigen, es geht los!“ In den Disziplinen Para-Ski nordisch, Para-Radfahren, Para-Tischtennis und Para-Leichtathletik bekommen geladene Schüler am Vormittag die Gelegenheit, sich auszuprobieren. Ob mit oder ohne Handicap: Von 14 bis 16 Uhr ist für Neugierige nicht nur Zuschauen erlaubt, sondern das Testen der Sportgeräte ausdrücklich erwünscht.

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An dem eigentlichen Talenttag am Vormittag nehmen alle Schüler des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums Lenningen teil, an dem Gabi Kazmaier unterrichtet, genauso Kinder der Nürtinger Bodelschwinghschule, der Esslinger Rohräckerschule, Lenninger Realschüler sowie die gesamte Grundschule Schopfloch. Damit haben auch Kinder ohne Behinderung die Chance, dabei zu sein. „Vielleicht macht es dem einen oder anderen Spaß, und er kann sich später vorstellen, einen Menschen mit Behinderung zu begleiten“, erklärt Gabi Kazmaier. Ein Ziel, das sie mit dem Bewegungszentrum verfolgt, ist, die Barrieren zwischen nicht behinderten und behinderten Menschen abzubauen. Deshalb sind bei dem Talenttag auch Vertreter des Württembergischen Leichtathletik-Verbands (WLV) und des Deutschen Skiverbands (DSV) mit von der Partie. Im DSV-Mobil stehen Rollski, Inliner und anderes Bewegungsmaterial zum Ausprobieren bereit.

Der Startschuss für die nicht behinderten Schüler fällt schon um 9 Uhr. Sie werden durch Übungen für das Empfinden von Menschen mit Behinderung sensibilisiert, so beispielsweise, indem sie „blind“ auf einem Tandem mitfahren. Um 10 Uhr gibt es einen gemeinsamen Auftakt. Die Kinder mit Handicap können sich je zwei Sportarten aussuchen. Direkt an der Pfulb findet Para-Leichtathletik, Para-Ski nordisch und Biathlon statt. Dabei wird liegend mit Laser nach Gehör auf Zielscheiben geschossen. Je nach Behinderung stehen Rollski und Sitzschlitten bereit. In der Schopflocher Gemeindehalle findet Tischtennis statt. Auf dem Vorplatz ist ein Handbike- und Rollibike-Kurs aufgebaut. Außerdem gibt es einen Tandem-Parcours. Die Räder dienen zudem für den Pendelverkehr zwischen den Sportstätten.

Die Helfer und Kooperationspartner des Talenttags

Ziel der Talenttage im Behindertensport ist, junge Menschen bis zu 26 Jahren an den Behindertensport heranzuführen und auch die Tür zum Leistungssport aufzustoßen.

Der Talenttag in Schopfloch ist einer von 16 Talenttagen, die 2018 bundesweit stattfinden. Gefördert werden sie durch Mitarbeiterläufe des Finanzunternehmens J. P. Morgan.

Ein Kooperationspartner ist der TSV Oberlenningen. In dem Verein bietet Gabi Kazmaier Leichtathletiktraining für Kinder mit und ohne Behinderung an. Mit dabei sind voraussichtlich die Tischtennisspielerinnen Kira Blankenhorn vom TTV Dettingen und die Weilheimerin Sarah Kornau. Die WM- und EM-Medaillengewinnerin bei den Transplantierten wurde 2017 zur SWR-Sportheldin des Jahres gewählt. Mit von der Partie ist auch die Skizunft Römerstein.

Neben den örtlichen Kooperationspartnern sind eine ganze Reihe von Funktionären und Trainern am 13. Juli in Schopfloch: Michael Huhn, Nachwuchsbundestrainer im Para-Ski nordisch (DBSJ) vom paralympischen Stützpunkt in Freiburg Joachim Riecker, Fachwart Kinder und Jugend im WBRS Fred Eberle, Ehrenpräsident des Württembergischen Leichtathletikverbands, Mitglied im WBRS

Annika Müller, Trainerin des Landeskaders Tischtennis im WBRS René Stauß, Deutscher Meister im Zehnkampf von 2014, stellvertretender Geschäftsführer und Bildungsreferent im WLV Thomas Strohm, Landestrainer Leichtathletik im WBRS Marcel Pierer, Abteilungsleiter bei den MTV-Wheelers aus Stuttgart und Kerstin Abele, erfolgreiche Handbike-Sportlerin, ebenfalls vom Männerturnverein Stuttgart und Fachwartin Handbike im WBRS Leon Adriaans, Landestrainer Ski nordisch im WBRS sowie Günther Schempp, für den Leistungssport verantwortlicher Vizepräsident des Schwäbischen Skiverbands.ank