Lenninger Tal

Unter der Woche bleiben die Bügel leer

Winter Viele Skilifte auf der Schwäbischen Alb laufen zwar seit dem Dreikönigstag, doch machen die zu kurzen Schneephasen den Betreibern zu schaffen. Von Thomas Krytzner

So voll wie die Lifte am vergangenen Samstag in Donnstetten waren, sind sie unter der Woche nicht.Fotos: Dieter Ruoff, Thomas Kr
So voll wie die Lifte am vergangenen Samstag in Donnstetten waren, sind sie unter der Woche nicht.Fotos: Dieter Ruoff, Thomas Krytzner

Pünktlich zum Jahresstart fielen die ersten Schneeflocken und damit die Temperaturen. Zum ersten Wochenende im Januar eröffneten viele Skigebiete die Saison und waren gut besucht. Der kurze Winter verhindert jedoch volle Kassen und die Stimmung bei den Skiliftbetreibern ist entsprechend gedämpft.

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In Donnstetten läuft derzeit ein Lift. Nicht zuletzt, weil unter der Woche nachmittags kaum Skibegeisterte kommen. Abends kommen mehr und am Wochenende strömen die Skifreunde auf die Alb. Dietmar Maaß ist mit seinem Sohn Joel von Bad Boll nach Donnstetten gefahren: „Er liebt Skifahren.“ Die beiden kommen praktisch jeden Tag, wenn die Lifte laufen. Warm eingepackt beobachtet der Vater, wie Joel eine Abfahrt nach der anderen runterrast. „Am liebsten ohne Stöcke, so geht es auch besser mit dem Skilift.“ Maaß bedauert, dass die Winter immer kürzer werden, sei man doch früher schon vor Weihnachten auf den Skiern gestanden.

Mehr Spaziergänger

An der Pfulb in Schopfloch liegt zwar auch Schnee, aber der Betrieb der Skilifte ist minimiert. „Zurzeit lassen wir den Lift nur am Mittwochabend und am Wochenende laufen“, erklärt Skiliftchef Walter Allgäuer. Er bedauert den späten Winterbeginn. „Vor Weihnachten Schnee zu haben, wäre doch schöner.“ Jetzt nutzen vor allem die Skiclubs der Region den Mittwochabend. Allgäuer erinnert sich an die Winterzeit vor 30 Jahren. „Kein Vergleich zu heute, da war es hier an der Pfulb praktisch schneesicher.“ Er stellt aber auch fest: „Die Zahl der Spaziergänger wächst immer mehr, und so lohnt sich der Skibetrieb außerhalb der Ferien bald nicht mehr.“ Erfreut waren Marianne und Walter Allgäuer über den Andrang zur Saisoneröffnung. „Die vier ersten Tage waren ordentlich besucht.“ Sie hoffen beide, dass die Temperaturen dem Winter hold sind, damit es an der Pfulb noch an ein paar Wochenenden möglich ist, die Bretter anzuschnallen.

In Laichingen steht eine Institution im Kassenhäuschen und ist Herr der Lifte: Helmut Wagner ist Gesellschafter der ersten Stunde beim Skilift. Und dieser Betrieb feiert heuer sein 50-jähriges Jubiläum. Wagner blickt folglich auf viele Winter zurück und weiß, dass früher auch nicht alles besser war. „Es gab Winter, da war von November bis April Schnee, aber es gab auch Jahre komplett ohne Schnee.“ Auch für den passionierten Skifahrer kommt der Winter viel zu spät. „In den Weihnachtsferien wäre es besser gewesen, die Saison zu eröffnen“, seufzt er. Wagner berichtet: „Als wir die Lifte zum ersten Mal in diesem Jahr laufen ließen, kamen die Skisportler in Strömen.“ Schnee liegt zwar und er bleibt auch, aber nach Wagner dürfte es ruhig noch dazuschneien. Er beobachtet seit Jahren eine Trendwende: „Die Skifahrer werden weniger, es kommen immer mehr Familien mit dem Schlitten.“ Er vermutet, dass die Skisportausrüstung einfach zu teuer ist.

Schnee am Wochenende

Flaute während der Woche herrscht auch im Snowpark Salzwinkel bei Zainingen. Schnee ist zwar genug vorhanden, und der Start in die Skisaison verlief optimal, wie Seniorchefin Erika Neidlinger bestätigt, aber man merkt, dass die Ferien vorüber sind. Die Lifte gibt es seit 53 Jahren, und auch die Betreiberfamilie blickt auf eine schneereichere Zeit zurück. „Früher waren die Winter strenger und vor allem länger. Oft fiel schon im November Schnee, der dann auch bis ins Frühjahr hielt“, erinnert sich Erika Neidlinger traurig. Doch sie hofft: „Für das nächste Wochenende melden die Meteorologen ja mehr Schnee.“ Der Snowpark hat sich als Geheimtipp herumgesprochen, und so finden immer mehr Snowboarder den Weg zum Salzwinkel. „Die Skisportler haben sich in den letzten zehn Jahren gut vermischt, das Board ist auf dem Vormarsch.“ Sie erwähnt aber auch die vielen Langläufer, die den Luxus einer beleuchteten Höhenloipe gerne in Anspruch nehmen. „Die Flutlichtanlage sorgt in den Abendstunden für eine besondere Stimmung.“ Früher fuhr Erika Neidlinger leidenschaftlich Ski. Jetzt hat sie den Betrieb an die Tochter Karin und Michael Hoffmann übergeben und sitzt am liebsten im Kassenhäuschen.

In Laichingen fährt zwar der Skilift, an den Nachmittagen wagen sich aber nur wenige auf die Bretter. Foto: Thomas Krytzner
In Laichingen fährt zwar der Skilift, an den Nachmittagen wagen sich aber nur wenige auf die Bretter. Foto: Thomas Krytzner
Der 6-jährige Joel Maaß ist am liebsten ohne Skistöcke auf der Piste. Foto: Thomas Krytzner
Der 6-jährige Joel Maaß ist am liebsten ohne Skistöcke auf der Piste. Foto: Thomas Krytzner