Lenninger Tal

Unterricht mit strengen Auflagen

Kultur Das „Haus der Musik“ in Lenningen ist wieder geöffnet. Manche Lehrer halten nach wie vor per Skype Kontakt.

Lenningen. Den Gitarrenkoffer schnappen und zum Unterricht gehen - das war in der Lenninger Musikschule zwei Monate lang nicht möglich. Seit gestern hat das „Haus der Musik“ in Brucken wieder geöffnet. Den längeren Vorlauf nutzte der Schulleiter Reiner Leu dafür, ein Infektionsschutzkonzept auszutüfteln, denn der Betrieb ist coronabedingt an strenge Auflagen geknüpft. Unter anderem mussten Laufwege und Abstände markiert, Flächen- und Händedesinfektionsmittel besorgt werden. Durchsichtige Werbebanner, die zwischen Lehrer und Schüler gestellt werden, dienen zudem dazu, die Ansteckungsgefahr so niedrig wie möglich zu halten. Nicht alle kehren jedoch zum normalen Unterricht zurück. Ensemble-, Bläser- und Gesangsunterricht bleiben per Landesverordnung vorerst tabu. „Manche Lehrer oder Familienmitglieder gehören auch zur Risikogruppe“, erklärt Reiner Leu. Dann wird wie in den vergangenen Wochen auf Skype oder andere Videochats ausgewichen. Räume der Lenninger Schulen stehen der Musikschule, anders als vor Corona, vorerst nicht zur Verfügung. Bürgermeister Michael Schlecht weist auf die strengen Hygieneauflagen hin, die für den Schulbetrieb einzuhalten seien. Zudem sollten sich möglichst wenige Personen gleichzeitig in den Gebäuden aufhalten.

„Ein Stück Normalität“

Sowohl die Musikschule Kirchheim samt ihrer Außenstelle Weilheim als auch die Musikschule Owen haben den „Normalbetrieb“ unter Corona-Vorzeichen bereits wieder aufgenommen. „Wir waren schon länger in Hab-Acht-Stellung“, sagt der stellvertretende Vorsitzende der Owener Musikschule Sven Neuffer. Trotzdem hatte er bis zum Start alle Hände voll zu tun, um die aufwendigen Hygienevorgaben umzusetzen. Da nach wie vor einige Schüler digital unterrichtet werden, hat die Musikschule einen Internetanschluss in das Alte Pfarrhaus in der Wehrbachstraße legen lassen. So können die Lehrer zwischen herkömmlichem und Online-Unterricht wechseln. Zwei Lehrkräfte, die eigene Kinder betreuen, unterrichten - ebenfalls unter strengen Hygieneauflagen - von zu Hause aus. Sie haben jeweils einen Raum mit einem separaten Zugang und einem Waschbecken - Voraussetzungen für das Unterrichten in den eigenen vier Wänden. Eine der beiden Lehrerinnen ist die Leiterin der Owener Musikschule, Heidi Vogel. Sie freut sich darüber, dass sie ihre Geigen- und Bratschenschüler nicht mehr nur via Bildschirm sieht: „Die Kinder haben im Moment nicht viele soziale Kontakte. Da ist es schön, dass wenigstens beim Instrumentenunterricht etwas Normalität zurückkehrt.“Anke Kirsammer

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