Lenninger Tal

Vom Vorlesungssaal an den Strand

Wo andere Urlaub machen, war für Fenja Nowotny Arbeit angesagt

Tolle Musicaldarbietungen ermöglichten Fenja die ganze Bandbreite ihrer tänzerischen Künste einzusetzen.Fotos: privat
Tolle Musicaldarbietungen ermöglichten Fenja die ganze Bandbreite ihrer tänzerischen Künste einzusetzen.Fotos: privat

Göppingen. „Ich hatte mein Studium beendet und wusste noch nicht genau, wo es mich hin verschlägt”, sagt Fenja Nowotny. Ihren

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Bachelor in Dienstleistungsmarketing hatte sie bald in der Tasche, doch was nun? „Ich bin eher der praktische Typ“, sagt die 24-Jährige, „weiterstudieren wollte ich nicht.“ Als ob das Schicksal es wollte, sah sie eine Anzeige des Robinson Clubs auf Facebook. „Ich hatte davon schon gehört und ich dachte mir: Das probiere ich!“ Zudem gehört Sport und speziell Tanzen zu Fenjas Leidenschaften, und in diesem Bereich im Robinson Club zu arbeiten, sah sie als große Chance. Die Bewerbung als Animateur wurde verschickt, und im Februar folgte das Casting. Der Bereich Sport und Entertainment sollte es sein.

„Das Casting in Stuttgart war ziemlich amüsant,“ sagt Fenja. Unter 80 Teilnehmern kam ihr ein Mädchen besonders bekannt vor. „Ich überlegte und überlegte. Irgendwo habe ich dieses Mädchen schon einmal gesehen.“ Und vor lauter Überlegen, blieben bei Fenja nicht alle Details der Unternehmenspräsentation des Robinson Clubs im Gedächtnis. Doch gar kein Problem: Die Tanzvorführung machte alles wett. Der Zufall wollte es: „Das Mädchen, das ich zuerst nicht erkannte, hatte vor neun Jahren am gleichen Trainingslager wie ich teilgenommen.“ Bühne frei: Zusammen mit ihrer Kollegin überzeugte Fenja alle, und die Jury war von ihrer Akrobatik- und Tanzeinlage sehr angetan.

Nach ein paar Wochen flatterte dann die Anfrage eines Robinson Clubs in der Türkei ins Haus. „Die wollen mich? Na gut, dann geht es für mich eben in die Türkei“, dachte sich die 24-Jährige. Innerhalb von vier Wochen mussten alle Papiere für sieben Monate Türkei ausgefüllt, bearbeitet und abgeschickt werden. Ende März hieß es dann endlich: tschüss Deutschland und hallo Türkei. „Ich wurde mit meinen 50 Kilo Gepäck an einem Hotel abgesetzt, dass noch völlig in den Renovierungsarbeiten war,“ erzählt die junge Frau mit einem Grinsen, „Ich dachte nur, wo bin ich denn hier gelandet.“ Sie stellte fest, dass „Abwarten und Tee trinken“ zu einem der Lebensmottos der Türken gehört. Noch vor dem Tag der Eröffnung waren die Mitarbeiter am Werkeln. „Überall sah man Putzfrauen und Gärtner herumwuseln. Dass das Hotel rechtzeitig fertig wird, damit hätte ich nie gerechnet.“

Die Saison startete sowie auch die Arbeit für Fenja und all die anderen Animateure. Der Tag begann stets um 9.30 Uhr und endete um Mitternacht. In den Mittagspausen wurde für die abendlichen Shows geprobt. „Es war anstrengend, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt“, meint Fenja. Von Elvis, Mamma Mia und Sister Act – für jeden war etwas dabei. „Die Shows haben immer unglaublich viel Spaß gemacht. Wir hatten eigene Showtrainer und durften im hoteleigenen Amphitheater performen.“ Auf Perfektion wurde im Robinson Club geachtet: eigene Requisite, minutenlanges Schminken und Generalproben in der Hitze. Egal wie voll das Tagesprogramm war, für Proben und Co. musste Zeit sein. Auch wenn Fenja mit einem freien Tag in der Woche und zwei Tagen Urlaub im Monat nicht allzu viel Zeit hatte das Land zu erkunden, mietete sie sich oft ein Auto, um an der Küste entlangzufahren oder eine kleine Shoppingtour zu machen. „Manchmal blieben wir auch einfach im Club und verbrachten dort unsere Zeit.“

Höchstes Gebot im Club: immer freundlich sein und nie eine Schnute ziehen. „Die Gäste wollen in den Robinson Clubs einfach mal entspannen und Zeit für sich nehmen“, erklärt Fenja. Das bedeutete für alle, den Gästen den Urlaub so gemütlich, wie nur möglich zu gestalten. „Man setzte sich zu ihnen an den Tisch und unterhielt sie, und für den Mittag verabredete man sich für verschiedene Aktivitäten.“ Wer glaubt, hier sollte man perfekt englisch sprechen, der täuscht sich. „Die Gäste kommen hauptsächlich aus der Schweiz. Österreich und natürlich Deutschland.“

Ob sie wieder als Animateurin arbeiten würde, da ist sich Fenja nicht sicher. „Du lernst, die Menschen glücklich zu machen und über Dinge hinwegzusehen, die dich nerven,“ sagt die 24-Jährige. „Aber du bist wie in einer Glaskugel gefangen, in einer heilen Welt ohne Probleme.“ Mit ihrer „Animateur-Familie“ hält Fenja auch noch weiterhin Kontakt. Für die Zukunft weiß sie nun genau, dass sie einen Job mit viel Menschenkontakt möchte und diesen hofft sie in der Sportmarketing- oder Onlinemarketing-Branche zu finden.

Vom Vorlesungssaal an den Strand
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