Lenninger Tal

Von den Staufern zu den Teckern

Vier-Tages-Wanderung mit Wanderführer Dieter Bounin und dem Schwäbischen Albverein

In vier Tagen wanderte eine Gruppe des Schwäbischen ­Albvereins mit Dieter Bounin von Göppingen über die Alb auf die Teck. Sie trotzten Nebel und Regen und genossen den Sonnenschein samt schöner ­Naturerlebnisse.

Zünftige Einkehrschwünge gehörten fest zum Wanderprogramm. Foto: pr
Zünftige Einkehrschwünge gehörten fest zum Wanderprogramm. Foto: pr

Owen. Himmelfahrtstag, 6.30 Uhr, Owen, Bahnhof – blauer Himmel, 15  fröhliche Gesichter, vorsichtiges Kennenlernen. Nach einer kurzen Fahrt nach Göppingen ging es wacker los Richtung Hohenstaufen. Das Barbarossakirchle war abgeschlossen, doch der Musikverein war für den Feldgottesdienst angetreten. Über den Hohenrechberg, den Stuifen, das kalte Feld, Lauterstein, Weißenstein, bergauf und bergab mit tollen Ausblicken ins Ländle kam die Gruppe trotz kleiner Ehrenrunde zeitig im Hotel Silberdistel an.

Der Freitag begann mit Nebel, und die Wanderer erwartete der typische Land-Schnürlesregen. Frisch erholt machten sie sich auf über Schloss Weißen­stein auf matschigen Serpentinen hinauf zu Messelberg und Messelstein. Der erhoffte Blick zum 130 Kilometer entfernten Schwarzwald war leider nicht vergönnt. Der weiter anhaltende Nebel führte verstärkt zu anregenden Gesprächen, bei denen man leicht vom Wege abkommen konnte. Dank moderner Technik ist die Gruppe aber immer wieder auf den rechten Weg gekommen. Über die Kuchalb und später in Begleitung einer historischen Auto-Rallye kam sie schließlich ohne Regen nach Gingen. Nach der Kaffeepause ging‘s für drei müde Mitwanderer mit dem Taxi nach Auendorf. Für den Rest ging es über den Wasserberg und das Fuchseck nach Auendorf. Die Aussichten wurden immer besser, und ganz zum Ende hatte sogar die Sonne ein Einsehen.

Am Samstag zeigte sich wieder die Sonne. Genauso sahen auch die Gesichter aus: strahlend, froh über die bisherige Leistung und voller Wanderlust. Die Aussicht auf eine deutlich kürzere Tagesetappe weckte neue Kräfte. Über den Rufstein und die Schlagstube beim Kornberg führte die Route nach Gruibingen. Es war erschreckend ruhig, die Gasthöfe geschlossen. Als die Getränke aufgefüllt waren, ging es über den Riesen Hillenwang ab in Richtung Boßler. Das Wetter trübte langsam ein, dennoch hatten die Wanderer einige schöne Aussichtspunkte. Eine längere Rast in wunderschönen farbigen Wiesen gab neue Kraft, und es ging weiter zu Reußenstein, Bahnhöfle und am Heimenstein vorbei, das Tagesziel vor Augen – jetzt ging es an die Grenze, die Truppe brauchte Ruhe, die sie im Albengel fand.

Der Sonntag war trocken, doch zeigten sich gewaltige Wolken am Himmel. Mit etwas Wehmut mussten zwei Wanderer aussteigen. Durch das Torfmoor, am Salzmann-Gedenkstein am Randecker Maar vorbei, war das nächste Ziel der Mörikefels – „Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte . . .“

Über den Auchtert, am Pferch und der Spanischen Wand lockte die herrliche Aussicht auf den Breitenstein. Auf tiefen, matschigen Wegen ging es nun hinunter ins Bissinger Tal und über die Viehweide hinauf zum Sattelbogen. Nach einer Vesperpause wurde der Aufstieg zum Gelben Felsen in Angriff genommen, vorbei an einstiger Segelflughalle, Herzogsbrünnele und Sibyllenhöhle zur Burg Teck – die Wanderer waren bei den Teckern angekommen.

Bei fröhlicher Runde in der Neuffener Stube feierte die Gruppe den erfolgreichen Abschluss der Wanderung. Obligatorisch wurde auf dem Teckturm die insgesamt 110 Kilometer lange Tour per Auge nachempfunden. db

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