Lenninger Tal

Warum ausgerechnet der Hase die Eier versteckt

FeldhaseOsterhase
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Schokoladenhasen und bunte Eier prägen seit Wochen die Supermärkte und läuten die Osterzeit ein. Doch warum stehen die Feldtiere mit den langen Ohren und das Gelege von Hühnern als Symbol für ein religiöses Fest?

Das Osterereignis ist entscheidend für das christliche Selbstverständnis. Denn am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond feiern Christen die Auferstehung Jesu. Ostern ist der Höhepunkt des Kirchenjahres und bedeutet die Hoffnung auf eine Zukunft jenseits der weltlichen Gegenwart.

Im Christentum könnte auch die Karriere des Osterhasen begonnen haben. Denn der Hase war im Byzantinischen Reich ein Symbol für Christus. Dem Hasen wurde nachgesagt, dass er mit offenen Augen schläft und so, wie Christus, über die Seinen wacht. Und auch wegen ihrer schnellen Vermehrung gelten Hasen als Symbol für das Leben und Fruchtbarkeit. 20 Junge kann eine Häsin pro Jahr bekommen, der erste Wurf ist im Frühjahr, wenn das Leben aus der winterlichen Ruhe erwacht. Ebenso sind die Eier ein Symbol für die Erneuerung des Lebens und ein christliches Symbol der Auferstehung: Wie Jesus bei der Auferstehung sein Felsengrab geöffnet hat, bricht das Küken beim Schlüpfen durch die Eierschale. Wegen ihrer ähnlichen Symbolik wurden Hasen und Eier oft zusammen dargestellt.

Ein Grund, weshalb zur Osterzeit Eier versteckt wurden, könnte in der Eierweihe liegen. Die geweihten Eier wurden in den Äckern vergraben und sollten Fruchtbarkeit und Wachstum fördern und vor Unwetter und beim Heben schwerer Lasten schützen. Weil die Hasen aus Hunger nach dem Winter besonders nah an die Äcker der Menschen kamen, könnte also dem Hasen das Verstecken der Eier zugeschrieben worden sein. Die Eierweihe mag auch der Ursprung für die bunten Ostereier sein. Denn angeblich wurden die Eier, die in der Fastenzeit gelegt wurden und nicht gegessen werden durften, wegen der Haltbarkeit gekocht und zur Unterscheidung von den frischen Eiern bunt gefärbt.

Bevor sich der Hase im letzten Jahrhundert, wahrscheinlich dank der Schokoladenindustrie, als eierversteckender Gabenbringer durchsetzte, hatte er übrigens tierische Konkurrenz: In der Schweiz versteckte der Kuckuck zu Ostern die Eier und in Hessen der Fuchs. Im Elsass brachte der Storch nicht nur die Babys, sondern auch die Eier. In Oberbayern und in Österreich war es sogar die Henne selbst, die die bunten Eier verschenkte. Katharina Daiss

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