Lenninger Tal

Weichen für attraktivere Bahn gestellt

Nahverkehr Der Lenninger Gemeinderat begrüßt die Pläne zum barrierefreien Ausbau der Haltestellen. Die Finanzierung ist noch nicht gesichert. Von Anke Kirsammer

Auch der Unterlenninger Bahnhof soll barrierefrei werden. Unabhängig davon strebt BürgermeisterMichael Schlecht eine Machbarkeit
Auch der Unterlenninger Bahnhof soll barrierefrei werden. Unabhängig davon strebt BürgermeisterMichael Schlecht eine Machbarkeitsstudie zur Verlegung der Haltestelle in Richtung Ort an. Ob dafür Geld ausgegeben wird, diskutiert das Ratsgremium in der Haushaltsberatung. Foto: Jean-Luc Jacques

Die Fahrgäste sollen von 2021 an bequemer in die Teckbahn einsteigen können. Anders als im Owener Gemeinderat, wo die Pläne zum Bahnhof für Zündstoff sorgten, begrüßten Rat und Verwaltung in Lenningen die Ideen grundsätzlich. „Vielleicht trägt der barrierefreie Ausbau der Haltestellen dazu bei, dass die Teckbahn attraktiver wird“, erklärte Bürgermeister Michael Schlecht.

Wie die Projektleiterin Barbara Erney von der DB Station & Service erläuterte, bekommen die Bahnsteige in Brucken, Unter- und Oberlenningen eine Länge von 113 Metern, damit dort Züge mit vier Wagen barrierefrei zugänglich sind. Die Höhe von 55 Zentimetern orientiert sich am vorhandenen Bahnsteig des Kirchheimer Hauptbahnhofs. Um auf die notwendige Höhe zu kommen, müssen an den Haltestellen teilweise Treppen und Rampen gebaut werden. Zur Ausstattung gehören auch spezielle Beläge für Menschen mit einer Sehbehinderung, eine LED Beleuchtung und rollstuhlgerechte Wartehäuschen. Auf Letzteres wird in Oberlenningen verzichtet, weil es bereits eine großzügige Überdachung samt Sitzbänken gibt. Vorgesehen ist dort außerdem, den Belag am Busparkplatz anzugleichen.

Auf Gegenwehr stieß im Gremium aber der Vorschlag, den direkten Zugang zum Unterlenninger Bahnhof zu sperren, weil der schmale Durchgang neben dem dort stehenden Häuschen nicht den Vorschriften entspricht. Michael Schlecht und Gemeinderat Dr. Ulrich Jaudas warnten davor, dass Kinder und Jugendliche dann über die Gleise rennen. Überprüft werden soll nun, ob es doch möglich ist, den Weg offen zu lassen.

Im Dezember möchte Barbara Erney die Unterlagen beim Eisenbahnbundesamt einreichen. Noch ist die Finanzierung nicht komplett gesichert. Die Bahn geht aber davon aus, dass der Bund erneut ein Programm für den Ausbau barrierefreier Haltestellen auflegt.

Unabhängig von den Plänen zur Barrierefreiheit: Michael Schlecht möchte eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, die zeigt, ob die Haltestelle in Unterlenningen weiter in den Ort gerückt werden könnte. Das Geld dafür möchte er im Haushaltsplan für 2019 verankern. Der Nahverkehrsexperte Hartmut Jaißle hatte angestoßen, den Halt zwischen die Bahnübergänge Brunnenstraße und Engelhofstraße zu verlegen.

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