Lenninger Tal

Wellen-Parcours für sportliche Älbler

Pumptrack kostet rund 28 000 Euro – Asphaltband soll Unterhaltungskosten sparen

Jugendliche, Familien und Touristen können von einem neuen Angebot im Lenninger Ortsteil Schopfloch gleichermaßen profitieren: Im Bereich des Bolz- und Festplatzes „Berg“ soll eine Pumptrack-Anlage gebaut werden.

Fahranfänger und Könner haben auf Pumptrack-Anlagen ihren Spaß. Das geplante Projekt in Schopfloch könnte so ähnlich ausgestalte
Fahranfänger und Könner haben auf Pumptrack-Anlagen ihren Spaß. Das geplante Projekt in Schopfloch könnte so ähnlich ausgestaltet werden wie der im Bild zu sehende Rundkurs in Stuttgart-Neugereut.Foto: Konrad Willar

Lenningen. Ob mit Rädern oder Rollen – auf einem Pumptrack können sich Dreikäsehochs auf Laufrädern genauso austoben wie sportliche Skater oder Mountainbiker. Anschaulich präsentierte Konrad Willar, Fachmann für den Bau solcher Rundkurse, dem Lenninger Gemeinderat die Möglichkeiten, die sich den Nutzern bieten. Geschult würden Motorik, Konzentration und Fitness. Zudem werde die Fahrsicherheit auf dem Wellen-Parcours trainiert. Der vom Gros der Räte für gut befundene Standort könnte jedoch noch für Diskussionen mit der Naturschutzbehörde sorgen, da er in einem nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesenen Landschaftsschutzgebiet liegt.

Mobil oder immobil – diese Frage hatte sich bereits der Schopflocher Ortschaftsrat gestellt. Wie Ortsvorsteher Gunter Berger erläuterte, müsse eine mobile Anlage jedes Frühjahr auf- und im Herbst wieder abgebaut werden. Das bringe einen immensen Aufwand mit sich. Auch stelle sich die Frage, in welchem Raum sie im Winter untergebracht werden könne. Berger brach eine Lanze für eine Ausführung in Asphalt, weil die erforderliche Pflege dafür weitaus geringer ist und derartige Anlagen viel länger nutzbar sind, als aus Holz gefertigte abbaubare Varianten.

Willar nannte einen weiteren Vorteil eines Asphaltbandes: „Die Oberfläche rollt sehr gut.“ Weil eine aus Erde modellierte Strecke schneller kaputt gehe, sei sie für eine öffentliche Nutzung nicht geeignet. „Der höhere Aufwand amortisiert sich über die Jahre, da die Unterhaltungskosten günstiger sind“, sagte Bürgermeister Michael Schlecht. Ihm ist die Steigerung der Attraktivität des Ortsteils durch den Pumptrack ein wichtiges Anliegen. Die Kosten für die asphaltierte Spielart liegen mit 28 000 Euro rund 3 000 Euro höher als bei einem mobilen Pumptrack. Im Haushaltsplan waren 20 000 Euro verankert.

„Wenn man es macht, sollte man es richtig machen“, lautete das Credo von Gemeinderat Wolfgang Tröscher. Armin Diez hielt den Standort für richtig und freute sich über das große Interesse, das die Schopflocher Jugend bei der Infoveranstaltung gezeigt hatte. Dr. Ulrich Jaudas begrüßte, dass die Idee für den Pumptrack von Jugendlichen gekommen war. Seine Sorge bezüglich der Rissbildung konnte Willar entkräften: „Auf diesen Anlagen sind ja keine großen Gewichte unterwegs.“ Karl Boßler war es wichtig, dass auch durchfahrende Mountainbiker die Anlage nutzen. Falk Kazmaier interessierte insbesondere die technische Ausführung, und er machte auf die Chance aufmerksam, Tagestouristen anzulocken.

Dieter Epples Fragen nach Größe, Verletzungsgefahr und Attraktivität begegnete Willar, indem er darauf hinwies, die geplanten Abmessungen von 17 auf 27 Meter seien auf dem vorgesehenen Standort optimal. „Abgesehen von Abschürfungen gibt es kaum schlimme Geschichten“, so der Planer. Er baue nun seit 2009 Pumptrack-Anlagen. Dort sei nirgendwo Langeweile eingetreten. Volker Hofmanns regte an, Eigenleistungen zu ermöglichen. Diesen Ball nahm Willar gerne auf: „Beim Bau können Jugendliche beispielsweise mit Schubkarren Schotter herfahren“, so der Planer. Schlecht würde dauerhafte Patenschaften für das Projekt begrüßen. Bei einer Enthaltung von Karl Boßler stieß der Vorschlag der Verwaltung, einen Pumptrack als Asphalt-Anlage zu bauen, auf einhellige Zustimmung. Das Votum sorgte bei den Schopflocher Zuhörern für Aufatmen.

Strahlend verließ auch Sebastian Hirning die Sitzung. „Super“, lautete sein knapper Kommentar zum Beschluss des Gemeinderats. Der 14-Jährige war im Rahmen eines Jugendforums der Ideengeber für eine Pumptrack-Anlage in Schopfloch gewesen. „Am Lago Maggiore bin ich mit meinem Stunt-Scooter zum ersten Mal auf so einem Kurs gefahren“, sagte er gegenüber dem Teckboten. „Es ist einfach toll, wie man auf so einer Anlage Geschwindigkeit aufbaut, ohne anzuschucken.“

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