Lenninger Tal

„Wichtiger Ort für die Freizeit“

Haushaltsreden LEGAL/UBL möchte die Technik des Lenninger Freibads unter die Lupe nehmen. Die BWV verlangt, dass die Gemeinde bei Bauplätzen und Gewerbeflächen auf die Tube drückt. Von Anke Kirsammer

Das Lenninger Freibad war im vergangenen Sommer wieder ein Besuchermagnet. In seiner Klausursitzung will sich der Gemeinderat gr
Das Lenninger Freibad war im vergangenen Sommer wieder ein Besuchermagnet. In seiner Klausursitzung will sich der Gemeinderat grundsätzliche Gedanken zu der Einrichtung machen. Foto: Carsten Riedl

Mit neun Millionen Euro hat Lenningen zum Jahresende 2019 voraussichtlich ein dickes Finanzpolster. Trotzdem sorgt sich die Bürgerliche Wählervereinigung um die Zukunft der Kommune. Sprudelnde Steuereinnahmen seien kein Grund, sich zufrieden zurückzulehnen, hänge die Gemeinde doch nach wie vor am Tropf von Zuschüssen. „Betrachten wir die Maßnahmen, die wir in den vergangenen Jahren angegangen sind, schmelzen unsere Rücklagen schnell ab“, so die Warnung von BWV-Sprecher Wolfgang Tröscher. Seine Gruppierung begrüßt deshalb die Ankündigung von Bürgermeister Michael Schlecht, dieses Jahr nur überschaubare Aufgaben zu planen. Die beiden halben Stellen, die der Rathauschef für das Hochbauamt beziehungsweise als Anlaufstelle für Bildung, Betreuung und Jugend beantragt hatte, möchte die BWV mit einem Sperrvermerk versehen.

Selbst mit einem Sperrvermerk versehen hatte die Verwaltung den Antrag der Unterlenninger Lindenschule auf eine interaktive Ausstattung von Lehrerzimmer und Unterrichtsräumen für rund 60 000 Euro. Michael Schlecht will damit warten, bis die Fördermodalitäten für die sogenannten Wanka-Milliarden bekannt sind. Auch die BWV sieht die Digitalisierung der Schulen als zwingend notwendig an. Grundsätzlich unterstütze sie deshalb den Vorstoß der Lindenschule, allerdings müssten alle Lenninger Schulen den gleichen Standard bekommen.

Wolfgang Tröscher erwartet, dass das Baugebiet Lüxen in Brucken zügig umgesetzt wird, weil es in der Gemeinde so gut wie keine Bauplätze mehr gibt. Mit leeren Händen steht Lenningen auch bei Gewerbeflächen da. Deshalb muss nach dem Willen der BWV beim Gewerbegebiet Vorderer Sand auf die Tube gedrückt werden. Für dringlich hält sie auch den Aufkauf von Grundstücken in der Oberlenninger Ortsmitte, um deren Umgestaltung voranzutreiben. Sorgen bereitet der Gruppierung die zunehmende Verschuldung der Eigenbetriebe für Wasser und Abwasser. Investitionen seien deshalb in diesem Bereich nur mit „spitzem Bleistift“ vorzunehmen.

Zum letzten Mal hielt Georg Zwingmann die Haushaltsrede für die Lenninger Grüne Alternative Liste/Unabhängige Bürger Lenningen (LEGAL/UBL). Er kündigte an, nach fast 20 Jahren nicht mehr für den Gemeinderat zu kandidieren. Die Gruppierung hält das Freibad für einen beliebten und wichtigen Ort der Freizeitgestaltung. Durch rechtzeitig erkannte, notwendige Investitionen könnten die Kosten auf mehrere Jahre verteilt und vielleicht etwas gesenkt werden. Zwingmann regte an, über ein einfacheres Kassen- und Eintrittssystem nachzudenken.

Augenmerk möchte die Gruppierung auf die Straßenbeleuchtung legen: Die Umstellung auf LED habe sich finanziell gelohnt, doch wünscht sich LEGAL/UBL einen intelligenten Betrieb, der dem Sicherheitsbedürfnis von „menschlichen Nachtschwärmern“ und dem Insektenschutz gerecht wird.

Ein großes Anliegen sind der Gruppierung ausreichend Plätze in der Kindertages- und Schulkindbetreuung. Eine kluge Standortwahl in der „Neuen Mitte Oberlenningen“ mit bedarfsgerechten Angebotsformen hält LEGAL/UBL ebenfalls für notwendig. „In diesem Zusammenhang könnten wir auch über ein inklusives Kinderhaus für Null- bis Zehnjährige nachdenken“, so Georg Zwingmann. Wie sein Vorredner unterstützt er die Erschließung des Wohngebiets Lüxen.

Die halbe Stelle im Hochbauamt trägt die Gruppierung mit. Hinter die halbe Stelle für den Bereich Bildung, Betreuung und Jugend setzt Georg Zwingmann aber ein Fragezeichen. Der Grund: Die Stelle der stellvertretenden Hauptamtsleitung sei genau mit diesem Aufgabenbereich ausgeschrieben worden. Er stellt in den Raum, dass es Optimierungspotenzial gibt. „Wir denken da zum Beispiel an ein zentrales Anmelde- und Platzvergabesystem für die Kindertages- und Schulkindbetreuung.“

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