Lenninger Tal

„Wir enteignen niemanden“

Entwicklung Der Lenninger Gemeinderat beschließt ein besonderes Vorkaufsrecht für Grundstücke zwischen Unterer Straße und Lauter in Brucken. Von Anke Kirsammer

Derzeit werden die Grundstücke nördlich der Unteren Straße in Brucken vor allem als Kleingärten genutzt. Langfristig will die Ve
Derzeit werden die Grundstücke nördlich der Unteren Straße in Brucken vor allem als Kleingärten genutzt. Langfristig will die Verwaltung das Areal neu ordnen und in Bauland umwandeln. Foto: Markus Brändli

Bauland ist in der Gemeinde Lenningen Mangelware. Um auch für die nächste Generation eine Perspektive zu entwickeln, ist ein langfristiges Ziel der Verwaltung, nördlich der Unteren Straße in Brucken auf einem rund 8 000 Quadratmeter großen Areal Bebauung zu ermöglichen. Derzeit werden die Grundstücke vielfach kleingärtnerisch genutzt. „Baulich findet ohne die Planung der Gemeinde dort nichts statt“, erklärte Bürgermeister Michael Schlecht im Gemeinderat.

Wie bereits im Bruckener Baugebiet „Lüxen“, das derzeit auf den Weg gebracht wird, nimmt die Kommune aber lediglich eine Umlegung vor, wenn sie alle Grundstücke aufgekauft hat. Einstimmig hat der Gemeinderat nun ein besonderes Vorkaufsrecht für die unbebauten und teilweise bebauten Flächen im rückwärtigen Bereich der Unteren Straße beschlossen. Wie die Chefin des Bauverwaltungsamts, Erika Biedermann-Keck, erläuterte, soll dadurch die Position der Gemeinde gestärkt werden. Die Kommune muss damit bei Verkaufsverhandlungen beteiligt werden. Angestrebt werde immer ein Konsens mit den Besitzern.

Um klarzustellen, dass es sich um keine Enteignung handelt, betonte Michael Schlecht: „Wir können niemanden zum Verkauf verpflichten.“ Die Gemeinde mache lediglich Angebote. „Wir bezahlen keine Mondpreise, aber Marktpreise, die gegebenenfalls über Gutachterwerten liegen.“ Nach Abschluss des Landessanierungsprogramms Oberlenningen möchte die Verwaltung in Brucken ebenfalls ein Landessanierungsprogramm auflegen. Voraussetzung sei jedoch, dass die Grundstücke in dem Quartier der Kommune gehörten, so Schlecht.

Gemeinderat Wolfgang Tröscher verhehlte nicht, dass er das Vorhaben zunächst kritisch gesehen hatte. „Wichtig ist aber das Signal, dass wir bereit sind, etwas für die Entwicklung des Ortsteils zu tun“, erklärte er. Georg Zwingmann war zudem die Kommunikation mit den Eigentümern wichtig. „Wir müssen nochmals die Zielsetzung verdeutlichen und klar- machen, dass die Besitzer selbst über ihren Grund und Boden entscheiden.“ Wie seine Vorredner sah auch Falk Kazmaier Chancen für den Ort. „Wenn wir in der aktuellen Situation nichts machen, verbauen wir uns etwas. Das muss uns aber auch etwas Wert sein“, hob er hervor.

Einstimmig beschloss das Ratsgremium die Satzung über das besondere Vorkaufsrecht in Brucken nördlich der Unteren Straße.

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