Lenninger Tal

„Wir möchten nicht zwingend bauen“

Anschlussunterbringung Die Gemeinde Lenningen bringt Bebauungspläne für dezentrale Flächen für Flüchtlingsunterkünfte in Unterlenningen, Gutenberg und Schopfloch weiter voran. Von Anke Kirsammer

In Schopfloch (Bild oben), Unterlenningen (links) und Gutenberg könnten Unterkünfte für Flüchtlinge entstehen.Fotos: Jean-Luc Ja
In Schopfloch (Bild oben), Unterlenningen (links) und Gutenberg könnten Unterkünfte für Flüchtlinge entstehen.Fotos: Jean-Luc Jacques

Noch verfügt die Gemeinde Lenningen über 35 Plätze, in denen sie Flüchtlingen im Rahmen der Anschlussunterbringung ein Dach über dem Kopf geben kann. Bürgermeister Michael Schlecht hofft, dass sie ausreichen. Sollten mehr Plätze benötigt werden, will die Kommune gewappnet sein. Gesetzt wird auf dezentrale Lösungen mit Einheiten für maximal 30  Menschen. Auf die Schiene gesetzt wurden Standorte in Unterlenningen, Gutenberg und Schopfloch. „Die Gemeinde möchte dort nicht zwingend bauen“, verdeutlichte Schlecht im Gemeinderat.

Um für den Fall der Fälle die Voraussetzungen zu schaffen, werden Bebauungsplanverfahren angestrengt. In Unterlenningen handelt es sich um ein Gelände zwischen Bahnlinie und Eisenbahnstraße. Die Änderung des Bebauungsplans „Letten-Wuhl“ geht im beschleunigten Verfahren über die Bühne. Wie Bauamtsleiterin Erika Biedermann-Keck erklärte, hat eine Vorprüfung ergeben, dass der Ackerstreifen kein Lebensraum für geschützte Arten darstellt. Zudem handelt es sich um keine ausgewiesene Grünzäsur, die für den Luftaustausch bedeutend wäre. Keine Bedenken hat auch die Deutsche Bahn AG. Gemäß dem Konzept eines Ingenieurbüros sind zwei Baufenster vorgesehen. Auf dem größeren könnte ein maximal sechs Meter hohes Einzel-, Doppel- oder Reihenhaus entstehen, auf dem kleineren ließen sich Garagen bauen beziehungsweise Abstellplätze anlegen. Der Gemeinderat stimmte der Feststellung des Entwurfs zu. Er wird bis Ende Januar öffentlich ausgelegt.

Grünes Licht erhielt auch der Vorentwurf für den Bebauungsplan „Ulmer Straße“ in Gutenberg. Dort soll ein Sondergebiet für Flüchtlinge ausgewiesen werden. Geklärt werden muss, ob eine Zufahrt von der B 465 möglich wäre. Zu ermitteln sind zudem die von der Straße ausgehenden Schallimmissionen. Um Brutstätten von Vögeln nicht zu beeinträchtigen, müsste in der Zeit von Oktober bis Februar gebaut werden. Nun werden die Träger öffentlicher Belange angeschrieben. Anschließend können sich die Bürger äußern.

Der in Schopfloch ausgeguckte Standort für eine etwaige Flüchtlingsunterkunft liegt nördlich des Gewerbegebiets Härtwasen. Der Bebauungsplan „Obere Burgäcker-Erweiterung“ soll auch die Möglichkeit schaffen, das Gewerbegebiet zu vergrößern. Eine artenschutzrechtliche Prüfung ist erfolgt. Erstellt werden muss nun ein Umweltbericht samt Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung.

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