Lenninger Tal

Wunsch nach Weiterbildung war groß

Rückblick Gretel Schmelcher erinnerte an die Anfänge des Kreisland- frauenverbands Nürtingen vor 50 Jahren

Owen. Ganz persönlich fiel die Erinnerung von Gretel Schmelcher, die 40 Jahre lang auf allen Ebenen der Landfrauenverbände tätig gewesen war, auf die Anfänge der Landfrauen im damaligen Kreis Nürtingen aus. Im Jahr 1958 kam sie mit ihrem Mann auf das Hofgut Bodelshofen. Nur als verheirateter Gutsverwalter hatte er eine Chance auf die Stelle - und so heirateten die beiden Hals über Kopf. „Somit kam ich noch sehr jung von der Theorie voll in die Praxis“, sagte Gretel Schmelcher. Sie hatte die Ausbildung zur „Lehrerin der ländlichen Haushaltungskunde“ absolviert und war an ihrer ersten Stelle an der Landwirtschaftsschule Künzelsau.

Im Hohenlohischen lernte sie die Landfrauenvereine kennen und bedauerte, dass es im Kreis Nürtingen noch keinen gab. „In den ersten acht Jahren in Bodelshofen kam ich kaum vom Hof weg“, erzählte sie. In der Landwirtschaftsschule Kirchheim gab es im Winter zwei oder drei Vorträge, ab und zu Treffen der Arbeitsgemeinschaft der Lehrfrauen und im Sommer ein bis zwei Fahrten. „Das war vielen Frauen zu wenig, denn wir wollten gerne Erfahrungen austauschen, uns weiterbilden, Gemeinschaft pflegen und neue Anregungen und Hilfen für unsere tägliche Arbeit bekommen. Aber auch gesellig zusammen sein und Kulturelles erleben.“

Mit den Lehrerinnen Sowtizki-Kienzle und Dreikauß und der Landesvorsitzenden Schiefer wurde am 2. März 1967 zur Gründungsversammlung eingeladen. „An diesem Abend unterschrieben gleich 32 Frauen, 34 kamen im Lauf des Jahres noch hinzu“, sagte Gretel Schmelcher. Im selben Jahr bildeten sich vier Ortsvereine: Owen, Nabern-Bissingen, Beuren-Balzholz und Kirchheim. In Owen hatte die Frau des damaligen Bürgermeisters, Elisabeth Heintz, schon seit 1948 einen Frauenverein, der sofort in den Landfrauenverein überging.

Frauen aus allen Berufsgruppen konnten Mitglied werden. Die einzigen Kriterien: Sie sollten auf dem Land wohnen, Freude am Miteinander und den Willen zur Weiterbildung haben. Bäuerinnen mussten sie nicht sein. Von Anfang an konnten die Ortsvorsitzenden selbst ein Bildungsprogramm zusammen mit ihrer Vorstandschaft gestalten. „So konnte manches aus eigenen Kräften realisiert werden - und Verwandte und Bekannte wurden als Dozenten engagiert“, erinnerte sich Gretel Schmelcher. Iris Häfner

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