Lenninger Tal

Zusammen schmeckt es einfach besser

Ob Jung oder Alt, Groß oder Klein, der ökumenische Mittagstisch im Oberlenninger Gemeindehaus begeistert jeden

Es riecht nach Gyros und Zaziki, die Julius-von-Jan-Gemeindehalle ist hell erleuchtet, und die Tische sind herbstlich dekoriert. Mal wieder findet der ökumenischen Mittagstisch in Lenningen statt. Wer denkt, hier treffen sich nur Senioren, der liegt falsch. Hier sitzen verschiedene Generationen an einem Tisch, denn die Geselligkeit steht an erster Stelle.

Melissa Seitz

Beim ökumenischen Mittagstisch im Oberlenninger Gemeindehaus sitzen verschiedene Generationen an einem Tisch. Fotos: Jean-Luc Ja
Beim ökumenischen Mittagstisch im Oberlenninger Gemeindehaus sitzen verschiedene Generationen an einem Tisch. Fotos: Jean-Luc Jacques

Lenningen. Die Senioren des B.U.S., der „Bewegung und Sport“-Gruppe Lenningen, rekeln und dehnen sich auf der Terrasse des Gemeindehauses. Wie praktisch, dass nach einer Runde Sport das Mittagessen schon gesichert ist. „Die Sportgruppe ist immer Stammgast bei unserem ökumenischen Mittagstisch“, sagt Ingrid Schall, eine der sechs fleißigen Damen, die heute das Essen zubereiten. Kommen kann jeder, der will: „Natürlich lieben wir unsere Stammgäste, aber willkommen ist hier jedermann.“

Ingrid Schall ist schon seit 2006 bei den kochlöffelschwingenden Damen. „Ich habe im Mitteilungsblättle gelesen, dass die Gemeinde ehrenamtliche Mitarbeiter für den Mittagstisch sucht“, sagt sie. Ohne groß überlegen zu müssen, war für sie klar: da mach ich mit! Sie, wie auch all die anderen Damen der drei Kochteams, sind bereits in Schulkantinen ehrenamtlich tätig. An Erfahrung mangelt es ihnen also nicht.

Jeden Monat schwingt eine Gruppe bestehend aus sechs Frauen die Kochlöffel. Die Frauen kochen gerne und vor allem mit Liebe. „Wir machen unsere Arbeit ehrenamtlich“, betont Ingrid Schall, „viele unserer Kinder sind bei der Jugendarbeit in Lenningen tätig und da ein Teil unseres Erlöses diesem Projekt zugute kommt, freut uns das natürlich umso mehr.“ Sind die Kosten für die Einkäufe durch die letzten Einnahmen gedeckt, geht die Hälfte des Geldes an Renovierungsarbeiten des Oberlenninger Gemeindehauses und die andere Hälfte an die Jugendarbeit der örtlichen Kirchen.

Die Tische in der Gemeindehalle füllen sich so langsam, 63 Leute werden heute erwartet. „Wir empfangen hier die unterschiedlichsten Menschen“, sagt Ingrid Schall, „von Senioren, Angestellten der gegenüberliegenden Bank, bis zu Polizisten und Familien.“ Dieses Mal auf dem Plan steht Gyros mit Reis, leckerer Zaziki und Krautsalat. Bei dieser hohen Zahl an Anmeldungen scheint der Heißhunger auf die griechische Spezialität groß zu sein. Zum Nachtisch gibt es dann einen Maracujatraum. Ein Traum, so würden auch die Gäste das Essen beschreiben. Voll sind die Tische aber auch bei Knöpfle, Linsen, Maultaschen und Co. Wenn die begeisterten Köchinnen ihre schwäbischen Maultaschen anbieten, können sich schon mal bis zu 90 Personen im Julius-von-Jan-Gemeindehaus versammeln.

Einfach hinsetzen und sich bedienen lassen und am Ende bezahlen, so läuft das hier in Lenningen ab. Doch Vorsicht – manche Gäste haben hier ihren festen Sitzplatz – und das sogar schon seit zwölf Jahren. Einige von ihnen sitzen schon zwanzig Minuten vor der Essensausgabe an ihren Tischen. Hier geht es nicht darum, sich den Bauch vollzuschlagen. Gemeinschaft wird beim ökumenischen Mittagstisch groß geschrieben. Ingrid Schall bestätigt: „Wir wollen, dass die Menschen zusammenfinden und gemeinsam essen, anstatt alleine daheim am Tisch.“ Viele der älteren Gäste sind allein, verwitwet, geschieden oder wohnen weit weg von ihren Familien. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als sich selbst zu verköstigen. Der ökumenische Mittagstisch bietet einen Platz zum Austauschen und Zusammenfinden.

Inge Sigle kommt schon seit fast zehn Jahren in das Lenninger Gemeindehaus, um mit ihren drei Freundinnen gemeinsam zu essen. Die Damen sind sich einig: Es schmeckt immer sehr gut, egal was es zu essen gibt. „Man sitzt zusammen, isst gemeinsam, kann einfach entspannen und nebenher ein Pläuschchen halten“, sagt Inge Sigle. Und da das Essen ohnehin schon gut schmeckt, schmeckt es in der Gemeinschaft dann umso besser.

Auch Claudia Guoth ist mit ihrer Tochter Franzi zum Essen gekommen. „Wir kommen schon seit zwei Jahren zum ökumenischen Mittagstisch“, sagt Claudia Guoth. Sie wurde auf das leckere Essen durch ihre Tätigkeit bei der B.U.S.-Gruppe aufmerksam. Auch ihre Tochter Franzi ist begeistert: „Ich esse hier gerne Fleisch und den Reis. Aber auch wenn es Salat gibt, freue ich mich sehr.“

Der ökumenische Mittagstisch gehört zum festen Programm des Julius-von-Jan-Gemeindehauses in Lenningen und findet jeden ersten Dienstag im Monat um 12 Uhr statt, vorausgesetzt, dieser ist kein Feiertag, oder andere Ereignisse wirbeln den Terminkalender durcheinander. Auf der Seite des Evangelischen Gemeindehauses Oberlenningen sind Termine sowie der Speiseplan ersichtlich.

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