Weilheim und Umgebung

7:6 für den Kunstrasenplatz

Streitthema Das Landratsamt fordert von Zell ein eindeutiges Konzept für die Erweiterung des Sportgeländes. Der Gemeinderat votiert mit knapper Mehrheit für „Weiterarbeiten“. Von Manuela Augustesen

Für das Sportgelände am Zeller Berg hat der Gemeinderat grundsätzlich das Okay zum Weiterarbeiten gegeben.Foto: Jean-Luc Jacques
Für das Sportgelände am Zeller Berg hat der Gemeinderat grundsätzlich das Okay zum Weiterarbeiten gegeben. Foto: Jean-Luc Jacques
Auf der Tagesordnung des Zeller Gemeinderates stand einmal mehr der umstrittene Stadionneubau am Zeller Berg: Externe Unterstützung soll das Planungsverfahren weiter vorantreiben und hohe Transparenz gewährleisten. Ein Antrag auf Vertagung wurde denkbar knapp mit sieben zu sechs Stimmen abgelehnt.

Mit dem gleichen Abstimmungsergebnis beschloss der Gemeinderat die Vergabe von Ingenieursleistungen. Projektleitung und Koordination für das Bebauungsplanverfahren soll das Büro mquadrat übernehmen. Für die Durchführung eines öffentlichen Teilnahmewettbewerbs und einer beschränkten Ausschreibung zur Herstellung des technischen Bauwerks geht der Auftrag an das Ingenieurbüro Viscan Solutions. Das wird die Gemeinde 50 000 Euro an Vorleistung kosten – und die Voraussetzungen für eine Entscheidung des Landratsamts schaffen.

Kontroverse Diskussionen gab es im Vorfeld der Abstimmung: „Um eine neue Kultur in den Gemeinderat einzubringen und bei einer möglichen Ablehnung durch das Landratsamt einen finanziellen Schaden von der Gemeinde abzuwenden“, beantragten die Fraktionen Bürgerforum und Freie Wähler gemeinsam, den Tagesordnungspunkt zu vertagen. Das Landratsamt fordere ein eindeutiges Konzept bezüglich des Sportstättenbaus in der Auffüllung sowie die Bedürftigkeit des Sportplatzes nachzuweisen.

Für Hans-Ulrich Lay (Bürgerforum) sind damit neue Voraussetzungen entstanden. Mit der Vergabe von Ingenieursleistungen werde nicht die Begründung, dass man einen Sportplatz in dieser Größe benötige, erarbeitet. Dazu Bürgermeister Christopher Flik: „Größe, Kubatur und Umsetzung sind Bestandteil des Bebauungsplanverfahrens.“ Die Beauftragung eines Partners zur Durchführung des Verfahrens sei ein Punkt für die heutige Beschlussfassung.

Die Anfragen von Michael Dreher und Martin Holl (beide Freie Wähler), was denn mit der Aufarbeitung der im letzten Jahr gefassten Beschlüsse sei, konterte der Schultes: „Da halte ich Wort.“ Die beschlossene Mediation werde in die Gemeinderatssitzung aufgenommen. Ziel sei die Ausschreibung in einem transparenten Verfahren. „Mit dem heutigen Beschluss machen Sie nichts anderes, als uns das Okay für die Weiterarbeit zu geben“, versicherte der Bürgermeister.

 

Der Ball liegt wieder bei der Gemeinde

Bürgerentscheid: Im April 2019 hat ein Bürger­entscheid in Zell unter Aichelberg eine hauchdünne Mehrheit von drei Stimmen für das Wunschprojekt „Stadion“ des TSG Zell ergeben.

Ausschreibung: Der „alte“ Gemeinderat hat noch erste Schritte unternommen, um die Ausschreibung für das technische Bauwerk, eine Auffüllung von 150 000 Kubikmetern, auf den Weg zu bringen.

Rolle: Abgestimmt werden sollte alles mit dem Landratsamt, der Genehmigungsbehörde. Das Amt entzieht sich dieser Rolle. Laut Bürgermeister wolle es nicht zwischen Befürwortern und Gegnern stehen.

Konzept: Jetzt soll die Gemeinde Zell unter Aichelberg zunächst selbst ein schlüssiges Gesamtkonzept entwickeln und vorlegen und damit auch die Bedürftigkeit des Sportplatzes nachweisen. ma

Anzeige