Weilheim und Umgebung

Ab Montag wird tatsächlich gebaut

Sanierung Die Kreisstraße zwischen Ohmden und Schlierbach ist bis Dezember für den Verkehr gesperrt. Sie wird um einen Meter verbreitert. Von Iris Häfner

Die Zufahrt zu den Lindenhöfen in Ohmden ist die meiste Zeit möglich. Foto: Carsten Riedl
Die Zufahrt zu den Lindenhöfen in Ohmden ist die meiste Zeit möglich. Foto: Carsten Riedl

Immer mehr Stühle wurden in den Sitzungssaal des Ohmdener Rathauses getragen, so groß war das Interesse an der Tagesordnung des Gemeinderats. „Jetzt geht’s endlich los. Die Ehrenrunden haben auch uns keinen Spaß gemacht“, erklärte Thorsten König, Leiter des Straßenbauamts, bezüglich der langen Planungszeit für die K 1203. Ab kommenden Montag, 6. Mai, ist die Kreisstraße zwischen Ohmden und Schlierbach gesperrt, dann beginnen die Sanierungsarbeiten. Läuft alles nach Plan, soll sie am 20.  Dezember wieder für den Verkehr freigegeben werden. Einige Restarbeiten sind für kommendes Jahr vorgesehen. Die Fahrbahn wird von 4,5 auf 5,5 Meter verbreitert, außerdem gibt es einen 2,5 Meter breiten Radweg, der durch einen Grünstreifen von der Straße getrennt verläuft. Die Umleitung führt über Hattenhofen und Zell unter Aichelberg. Für die Anlieger der Lindenhöfe und Müllfahrzeuge ist die Zufahrt frei, gleiches gilt auch für die Kunden der Pferdehöfe.

„Die jahrelange Planungsphase bezeichnen manche als erbärmlich“, redete Harald Stephan, Projektleiter beim Straßenbauamt, nicht lange um den heißen Brei herum, als er das Konzept vorstellte. Er ist für den Abschnitt auf Seiten des Landkreises Esslingen zuständig, also vom Kreisverkehr in Ohmden bis zur Kreuzeiche. „Spannend wird es an der Königslinde. Sie ist ein Naturdenkmal, weshalb wir die Wurzeln mit einem System auf Stelzen schützen müssen. Und an der Linde am Lindenhof wird es ein bisschen eng“, erläuterte Harald Stephan. Die Kreisstraße erhält auch eine Leiteinrichtung für Amphibien. „Die Frösche und Kröten hüpfen dort, bis sie den Durchlass finden. Das dient auch der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer“, sagte der Projektleiter. Die Verbreiterung der Straße geht nach Westen, die Feldweganschlüsse werden dementsprechend angepasst. Der Aubach bekommt einen breiteren Durchlass und die Kurve wird dort flacher. „Die Waldkurve ist ziemlich hinterlistig: Sie wird in der Kurve noch schärfer“, so Harald Stephan. Sie wird nach dem Ausbau einheitlicher und harmonischer sein. Der Planer geht von einem „hohen Radverkehrsdruck“ aus. Die Radler sollen mithilfe von Beschilderungen an der Baustellen herumgeleitet werden.

Insgesamt entstehen für die Sanierung der Straße Kosten in Höhe von rund 4,2 Millionen Euro, wobei auf den Landkreis Esslingen rund 2,5 Millionen Euro entfallen und auf den Landkreis Göppingen 1,7 Millionen Euro. Die Gemeinde Ohmden muss für den Fuß- und Radweg voraussichtlich 86 000 Euro berappen, im Haushaltsplan sind dafür rund 100 000 Euro eingestellt. Zuschüsse gibt es vom Land für den Kreis Esslingen von 650 000 Euro und 410 000 Euro für Göppingen. Dazu kommen Bundesgelder für Esslingen in Höhe von 350 000 Euro und für Göppingen von 280 000 Euro für die insgesamt 2,6 Kilometer lange Strecke.

Gemeinderat Andreas Rückschloß lag die Feuerwehr-Zufahrt am Herzen. „Oft stehen Lkw quer zur Straße, um Autofahrer darin zu hindern, in die Baustelle reinzufahren“, sagte er. Wegen der Lindenhöfe wird die Straße jedoch nicht blockiert.

Ohmdener Gemeinderat lässt sich nicht beeinflussen

Die Wasseruhr steht im Keller eines Hauses und nicht irgendwo an der Straße - das stellte der Ohmdener Gemeinderat unmissverständlich klar. Im Zuge der Sanierung der K 1203 wird die gemeindeeigene Wasserleitung von der Königslinde bis zum Ende, also den Lindenhöfen, ausgetauscht.

Der ausdrückliche Wunsch der Landeswasserversorgung, wie es Christoph Traub vom Büro Si Beratende Ingenieure in Weilheim formulierte, geht nicht in Erfüllung: Den Zähler vorne an der Straße anzubringen. „Wir machen das so, wie es überall gang und gäbe ist. Da brauchen wir die Landeswasserversorgung nicht dazu. Die Wasseruhr ist am Haus“, sagte Gemeinderat Roland Greiner. Auch Wolfgang Lutz will die Anlieger nicht vor den Kopf stoßen.

Die neue Versorgung soll im DIN-System hergestellt werden, weshalb es keine Wasserschächte mehr gibt. Um das Wasser entnehmen zu können, werden zwei Hydranten eingebaut. Die Hausanschlüsse werden direkt an der Hauptleitung mit einem Absperrschieber angeschlossen - und die Zählerschächte hätten wegen der langen Hausanschluss-Leitung laut ursprünglicher Planung an der Grundstücksgrenze gebaut werden sollen. Die Argumente dafür hätte Jörg Spielvogel von der Landeswasserversorgung gerne gehabt, ebenso Daniela Haible-Lutz. Dazu erklärte Christoph Traub: „Wenn die Leitung kaputt ist, geht das zu Lasten der Gemeinde oder des Eigentümers - je nachdem, wo der Zähler steht.“

Einstimmig sprach sich der Gemeinderat schließlich dafür aus, dass die Zähler im Haus bleiben. Die Landeswasserversorgung reicht die Gründe nach, warum die Wasserzähler aus ihrer Sicht nicht in den Häusern angebracht werden sollten. Darüber wird das Gremium in der nächsten Sitzung informiert.

Das Abwasser war kein Thema, auch wenn Roland Greiner für beide Leitungen gerne ein Konzept gehabt hätte. „Beim Abwasser sind wir noch nicht soweit, das müssen wir separat diskutieren“, erklärte Ohmdens Bürgermeisterin Barbara Born. Es stehen Gespräche mit den Eigentümern an, von denen die Gemeinderäte in nicht öffentlicher Sitzung erfahren. ih

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