Weilheim und Umgebung

Abhängen im Hängesessel

Der neue Kinder- und Jugendtreff Weilheim präsentiert sich der Öffentlichkeit

Zentraler, größer und bunter präsentierte sich der neue Kinder- und Jugendtreff Weilheim am Samstag der Öffentlichkeit. Vor wenigen Wochen ist die Einrichtung in den roten Pavillon auf dem Gelände des Bildungszentrums (BZ) Wühle gezogen. Ein Standort, der viele Vorteile für die Kinder- und ­Jugendarbeit bietet.

Im Kinder- und Jugendtreff Weilheim fühlen sich nach dem Umzug nicht nur Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von s
Im Kinder- und Jugendtreff Weilheim fühlen sich nach dem Umzug nicht nur Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von sechs bis 25 Jahren wohl, sondern auch deren Eltern. Foto: Daniela Haußmann

Weilheim. Es ist kurz vor 16 Uhr, als Evelyn Schmidt und Nicole Demming die Tür des roten Gebäudes in der Hegelstraße 16 aufschließen, vor der sich schon etliche Jugendliche tummeln. Die beiden Mitarbeiterinnen des Kreisjugendrings Esslingen (KJR) erinnern sich noch gut daran, wie in den Sommerferien Maler die Wände strichen, der Schreiner eine Küche einrichtete, wie Tische und Stühle herbeigetragen, ein Internetanschluss gelegt und die Wände dekoriert wurden. Ein ganzes Stück Arbeit liegt hinter den beiden pädagogischen Fachkräften, bis sie zum ersten Mal ihre neuen Arbeitsräume betraten. „Das war ein richtiges Wow-Erlebnis“, erzählt Nicole Demming. „Wir waren völlig begeistert vom dem, was hier entstanden ist und wie uns die Hausmeister Jürgen Krohmer und Martin Polzer unterstützt haben.“

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In den vier Klassenzimmern, in denen viele Jahre Kinder und Jugendliche die Schulbank drückten, stehen nun Sofas, Sessel, ein Billard- und Hockeytisch und ein Tischkicker. Eine Dartscheibe hängt an der Wand und ein Sandsack baumelt von der Decke. Kai ist begeistert. Der 14-Jährige kommt oft in den neuen Kinder- und Jugendtreff Weilheim (KJTW). Er hat geholfen, die Kabel für Computer und Internet mit Abdeckungen zu verkleiden. „Hier im Pavillon ist alles viel moderner“, erzählt er. „Hier ist mehr Platz, es gibt verschiedene Räume, in die sich einzelne Gruppen zurückziehen und die Türe hinter sich schließen können.“ Dario ergänzt: „Ich kann mich jetzt viel besser mit meinen Freunden unterhalten“, sagt der 14-Jährige. Nun bestechen die neuen Räume mit Wohnzimmeratmosphäre. „Hier kann man viel besser chillen, abhängen, Musik hören oder an der Konsole spielen“, sagt der 17-jährige Clemens.

Genau wie Dario und Clemens kommt auch Ramon mit seinen Freunden nun öfter in den KJTW. „Er liegt jetzt halt gleich neben der Schule“, erklärt der Zwölfjährige. „Nach dem Unterricht ist man schnell hier. Vorher war das anders, weil der Treff etwas ab vom Schuss lag.“ Das bestätigt auch Evelyn Schmidt. „Wir merken schon jetzt, dass viele neue Gesichter in den Treff kommen und auch mal einen ganzen Nachmittag bleiben“, berichtet die Erzieherin. Jeder Raum ist mit einer Attraktion wie Internetcafé, Spielekonsole oder Tischtennisplatte ausgestattet. „Das hilft, die Gruppenbildung aufzubrechen“, so Schmidt. Dadurch würden Berührungsängste abgebaut und der Austausch unter den KJTW-Besuchern gefördert.

Ob Streit mit der Freundin, schlechte Noten, Stress mit den Eltern oder Fragen rund um die Bewerbung – Dank abgetrennter Räume lassen sich jetzt Einzelfall- und Beratungsgespräche führen, während wenige Schritte weiter an der Bar reger Betrieb herrscht oder Kinder durch den Pavillon tollen. „Außerdem kann die Schule auch Projekte, Veranstaltungen und dergleichen zu uns auslagern“, sagt Evelyn Schmidt. „In der Fünf-Minuten-Pause lässt sich aufgrund kurzer Wege, auch schnell Kontakt zu Lehrern aufnehmen“, sagt die KJR-Mitarbeiterin weiter. Wer in der 5. Klasse neu an die Schule komme, habe sofort das rote Gebäude vor Augen. „Das schafft Vertrauen und lädt dazu ein, sich bei uns aufzuhalten“, sagt Nicole Demming. „Ich denke, dass das auch Vorteile für die Kompetenzwerkstatt hat, die wir im Rahmen der Berufsorientierung in der 7. Klasse anbieten. Die Jugendlichen kennen uns einfach schon.“

Kai jedenfalls findet es toll, dass er und seine Altersgenossen im Pavillon bei der Innengestaltung mitsprechen können. „Es sollen ja noch Hängesessel kommen und eine Wand soll mit Graffiti gestaltet werden“, weiß der Schüler. „Es ist einfach cool, dass wir mitreden können. Das trägt dazu bei, dass ich einfach gerne hier bin.“ Demnächst wollen die beiden KJR-Mitarbeiterinnen auch eine LAN-Party organisieren. Das haben sich die Jugendlichen gewünscht.