Weilheim und Umgebung

Aktionstage sollen Licht ins Dunkel bringen

Demenz Mit seinen Veranstaltungen möchte das Soziale Netz Raum Weilheim die Krankheit näher beleuchten.

Dieter Hildenbrand und Günther Wölfle (von links) sorgen am ersten Abend für die Musik. Foto: Archiv

Weilheim. Das Soziale Netz Raum Weilheim möchte mit seinen Aktionstagen unter dem Motto „Nicht vergessen!? – Zusammen Leben mit Demenz“ mit unterschiedlichen Themen Aufmerksamkeit für die Erkrankung schaffen und Verständnis für die Betroffenen und ihre Angehörigen wecken. Es wird drei Veranstaltungen geben, die alle in Weilheim stattfinden.

Am Freitag, 23. September, ist Andreas Kenner um 19.30 Uhr in der Brasserie in der Marktstraße 5 mit dem Thema „Kenner trinken Württemberger – helfen Wein, Weib und Gesang tatsächlich gegen Demenz?“ zu Gast. Kenners Beispiele und Erfahrungen mit Demenzkranken und Angehörigen, Ärzten und Ämtern vermitteln unterhaltsam verpackte Informationen. Musikalisch umrahmt wird der Abend von den schwäbischen Bluesbarden Günther Wölfle und Dieter Hildenbrand.

Am Samstag, 24. September, kann während des Zähringer Marktes von 11 bis 15 Uhr im Bürgerhaus der Demenzparcours „hands on dementia“ ausprobiert werden. Vom Anziehen bis zum Abendessen können Personen, die nicht an Demenz erkrankt sind, erleben, wie sich die Symptome einer Demenz anfühlen. Die Teilnehmenden erfahren eigene Grenzen und empfinden Unbehagen. Durch das Erleben der intensiven Emotionen entwickelt sich ein besseres Verständnis für die Erkrankten. Dadurch kann Menschen mit Demenz mit mehr Empathie begegnet werden. Der Parcours besteht aus 13 Alltagssituationen mit jeweils einem Anleitungsheft. Der Demenzparcours ist für Menschen die an einer Demenz erkrankt sind nicht geeignet.

Am Dienstag, 27. September, berichtet Sylvia Kern um 19 Uhr im Bürgerhaus „Vom guten oder schlechten Leben mit einer Demenz. Walter W. wird wunderlich“. Die Geschichte von Walter W. und seiner Frau Erna beschreibt in zwei Varianten, wie unterschiedlich ein Leben mit einer Demenz verlaufen kann. Einmal haben beide mit allen erdenklichen Hürden zu kämpfen. Die Autorin und Demenz-Expertin lässt aber die Zuhörerschaft nicht im Regen stehen: Ein Blick auf die aktuellen Herausforderungen zeigt, was eine Demenz für alle Beteiligten in der Familie, aber auch in der Kommune bedeutet. Walter W. und Erna leben in der zweiten Variante ein lebenswertes und gut unterstütztes Leben trotz Walters Demenz – nicht schöngefärbt, aber sehr wohl machbar. Zwischendurch sowie im Anschluss gibt es genügend Zeit für Fragen und Austausch.

Ein „Erste-Hilfe-Kurs“ anderer Art wird am Mittwoch, 5. Oktober, von 18 bis 21 Uhr im Bürgerhaus angeboten. Das Motto lautet „Erkennen-Verstehen-Handeln“. Die Erkrankung Demenz ist zwar bekannt, viele wissen jedoch nicht, wie sie mit jenen umgehen können, die davon betroffen sind. In diesem Kurs vermittelt Hartwig von Kutzschenbach, langjähriger Leiter des „Sozialpsychiatrischen Dienstes für alte Menschen“, Grundkenntnisse im Umgang mit Demenzkranken. Der Kursabend ist für jeden gedacht, der mit dementen Menschen in Berührung kommen könnte; besonders aber die, die beruflich oder in der Freizeit viel mit Menschen zu tun haben, zum Beispiel aktive Vereinsmitglieder oder Mitarbeitende von Einzelhandel, Besuchsdiensten und Kirchengemeinden. pm

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es unter 0 70 23/7 43 30 77 oder
info@soziales-netz-weilheim.de

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