Weilheim und Umgebung

Alkohol und Arbeit passen nicht zusammen

Bundesweite Aktionswoche Alkohol vom 13. bis 21. Juni – Weiterbildungsangebot für Betriebliche Suchthelfer

Einer der besonderen Schwerpunkte der Aktionswoche Alkohol vom 13. bis 21. Juni unter dem Motto „Alkohol? Weniger ist besser!“ ist in diesem Jahr der Bereich „Alkohol im Alter“. Außerdem im Fokus ist auch der Bereich „Alkohol und Betriebe“.

Kreis Esslingen. Nach Schätzungen der Deutschen Hauptstelle gegen Suchtgefahren sind fünf bis sieben Prozent der Beschäftigten eines Unternehmens oder einer Verwaltung alkoholabhängig, weitere zehn Prozent suchtgefährdet. Neben problematischem Umgang mit Alkohol zeigen sich auch Medikamentenmissbrauch und Doping am Arbeitsplatz zur Leistungssteigerung, Drogenkonsum, Essstörungen, exzessives Glücksspiel- und Mediennutzungsverhalten. Umstrukturierungen und Produktionsverlagerungen, Veränderungen der Aufgabenbereiche und hoher Arbeitsdruck, Versetzungen und Entlassungen belasten Mitarbeiter. Häufig kommen dazu gesundheitliche oder familiäre Probleme und finanzielle Belastungen. In potenziellen Suchtmitteln wird Entspannung gesucht. Für den Betrieb kann es höhere Fehl- und Krankheitszeiten bedeuten, mehr Betriebsunfälle und Mindereinnahmen durch Fehlleistungen.

Um wirkungsvoll im Unternehmen reagieren zu können, benötigen Führungskräfte Grundlagenwissen über Sucht, Gesprächsführung sowie interne und externe Unterstützungs- und Hilfsangebote. Das Vorgehen im Unternehmen sollte eingebunden sein in ein Gesamtkonzept. Unterstützung bekommen die Betriebe dabei im Landkreis Esslingen vom Fachteam „Betriebliche Suchtprävention“ des Aktionskreises Suchtprophylaxe, unter Federführung der Beauftragten für Suchtprophylaxe, gemeinsam mit den Suchtberatungsstellen. Regelmäßig werden Fortbildungen für Führungskräfte zum „Umgang mit Suchtmittel konsumierenden Mitarbeitern“ angeboten. Ziel ist es, Handlungskompetenz von Führungskräften zu erweitern, damit sie in geeigneter Weise auf Betroffene zugehen können.

Zu einem wichtigen Angebot sind die Fortbildungen für Ausbilder geworden. Junge Menschen ausbilden heißt auch, sich mit deren Lebenswelt zu beschäftigen. Dabei geht es um „Konsequenz und Hilfe“. Alkohol, Zigaretten, Cannabis und Partydrogen als Stimmungsmacher, ebenso Glücksspiel an Automaten und exzessive Mediennutzung gehören für viele Jugendliche zur Freizeitgestaltung. In Fortbildungen für Ausbilder geht es um Information, Sensibilisierung und Qualifizierung für einen suchtpräventiven Umgang mit Jugendlichen. Vermittelt werden Grundlagen über Missbrauchsverhalten und Suchtentwicklung bei Jugendlichen, über Beratungsangebote, Präventions- und Interventionsmöglichkeiten.

Regelmäßig im Herbst startet eine bundesweit einmalige, 80-stündige Weiterbildung für Betriebliche Suchthelfer in Kooperation vom Landratsamt, IHK und GARP mit IHK-Zertifikat. In der Regel tragen die Unternehmen die Kosten und stellen die Arbeitszeit ganz oder teilweise zur Verfügung. Wichtig ist es, im Betrieb rasch eine Suchtgefährdung zu erkennen, Betroffene anzusprechen und entsprechende Hilfe anbieten zu können. Der Einsatz von Betrieblichen Suchthelfern als niedrigschwelliges innerbetriebliches Hilfsangebot ist ein wichtiger Baustein eines betrieblichen Gesamtkonzeptes zur Suchtprävention. Sie beraten und begleiten Betroffene, können Wege aufzeigen in die Entgiftung, zu Suchtberatungsstellen oder Selbsthilfegruppen. Fachlich begleitet werden die Suchthelfer der Betriebe und Verwaltungen durch Erfahrungsaustausch-Treffen im Landratsamt Esslingen und Fortbildungen bei der GARP.

Die Veranstaltungen werden in enger Kooperation von Landratsamt, IHK Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen und Südwestmetall Bezirksgruppe Neckar-Fils angeboten. In einem Runden Tisch zusammen mit Kreishandwerkerschaft, Kranken- und Unfallkassen, Betriebsärztlichen Diensten und anderen werden gemeinsam Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit abgestimmt.

Regelmäßig finden Erfahrungsaustauschtreffen für Betriebs- und Personalleitungen, Betriebs- und Personalräte, Betriebsärzte und Betriebliche Suchthelfer im Landratsamt statt, bei denen Betriebe Entwicklungen diskutieren, ihre Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig unterstützen – „Betriebe lernen von Betrieben“ – gemeinsam mit Vertretern der Suchtberatungsstellen und Suchtprophylaxe.

Weitere Infos gibt es im Landratsamt Esslingen bei Elke Klös, Beauftragte für Suchtprophylaxe, Telefon 07 11/39 02-25 71, E-Mail Kloes.Elke@lra-es.de, oder im Internet unter www.aktionswoche-alkohol.de

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