Weilheim und Umgebung

Alte Schule bekommt neues Gewand

Sanierung Innen sind die Arbeiten an der Ohmdener Grundschule schon fast abgeschlossen. Jetzt wird das Fachwerkgebäude noch von außen gestrichen – in neuen Farben. Von Bianca Lütz-Holoch

Mit der Farbpalette vor Ort: Architekt Andreas Kommritz (2. v. l.), Bürgermeister Martin Funk (3. v. l.), und die Gemeinderäte b
Mit der Farbpalette vor Ort: Architekt Andreas Kommritz (2. v. l.), Bürgermeister Martin Funk (3. v. l.), und die Gemeinderäte besprechen die Außengestaltung der Ohmdener Schule. Zwei Stellen der Fassade hatte der Maler probehalber vorab gestrichen. Foto: Markus Brändli

Farben und deren Kombination sind bekanntlich Geschmackssache. Das zeigte sich auch in Ohmden, als es daran ging, über die Außengestaltung des Schulgebäudes zu entscheiden. In den vergangenen Monaten ist das Gebäude nicht nur statisch ertüchtigt, sondern innen auch komplett saniert worden. Jetzt fehlt nur noch der neue Anstrich der Fachwerkfassade sowie des Anbaus. Der Gemeinderat musste dazu nun eine Grundsatzentscheidung treffen: traditionell in Rot-Braun oder eher modern in Grau-Weiß?

„Aus unserer Sicht ist es eine wichtige Entscheidung, wie sich unsere alte Schule künftig von außen darstellen soll“, sagte Ohmdens Bürgermeister Martin Funk. Darum waren auch alle Bürger zu einem Vorab-Termin an die Schule geladen gewesen, wo der Maler an zwei Stellen Fenster und Fachwerk schon einmal probeweise in den zwei unterschiedlichen Farbvarianten gestrichen hatte. Einen allzu hohen Stellenwert schienen die Ohmdener der Gestaltung ihres Schulhauses allerdings nicht beizumessen: Kein einziger kam zu dem Termin.

Also entschieden die Gemeinderäte nach ihren eigenen Vorlieben und Erwägungen. Das Rennen machte die moderne Variante: Das heißt, die Balken des Fachwerkhauses werden in Grau gestrichen, die Kassetten dazwischen in Weiß. Für die Fenstersimse ist Anthrazit vorgesehen, die äußersten Rahmenhölzer werden rot, ebenso wie die Fensterläden. Die Entscheidung war jedoch denkbar knapp. Hatten sich sechs Gemeinderäte für Grau ausgesprochen, so votierten immerhin fünf für eine eher traditionelle Gestaltung mit rötlich-braun gestrichenen Balken, gelblichen Fachwerkkassetten, roten Fensterrahmen und Simsen sowie grünen Fensterläden. Beginnen sollen die Malerarbeiten so bald wie möglich.

Architekt Andreas Kommritz lieferte darüber hinaus noch einen Überblick über die Sanierung im Inneren der Schule, die so gut wie abgeschlossen ist. „Wir haben in allen Klassenzimmern neue Böden verlegt, Akustikdecken und Beleuchtung eingebaut“, berichtete er. Ganz ungeplant haben die Schüler auch neue Tafeln bekommen. „Beim Ausbau haben wir festgestellt, dass sie gar nicht mehr TÜV-genehmigt waren. Außerdem hätten sie nach der Höherlegung der Böden gar nicht mehr reingepasst“, erläuterte Martin Funk. Komplett saniert worden sind auch die WC-Anlagen, die sich nun hell und farbenfroh präsentieren.

Bürgermeister Martin Funk zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf der Bauarbeiten: „Der mutige Zeitplan ist weitgehend eingehalten worden“, lobte er. Nicht ganz fertig geworden sind lediglich der Flur und die Türen. „Die Türen haben gerade sehr lange Lieferzeiten - 16 Wochen“, ging Architekt An­dreas Kommritz darauf ein. Nächste Woche sollen sie geliefert werden, ebenso wie die notwendigen Brandschutzelemente.

Im Flur wird zum Abschluss noch der neue Fußboden verlegt, die Wände müssen noch verputzt und gestrichen werden. „Dort ist aber schon alles vorgespachtelt, es wird also nicht mehr viel Schmutz geben“, so Kommritz.

Die Sanierung der Schule im zeitlichen Überblick

Anfang 2015 Es stellt sich heraus, dass sich an der Ohmdener Schule eine Außenwand wölbt und der Boden in einem Klassenzimmer absackt. Um die Sicherheit der Kinder zu garantieren, lässt die Gemeinde das Gebäude von innen und außen abstützen. Der größte Raum, die Lernwerkstatt, ist von da an nur noch teilweise nutzbar.

Sommer 2016 Nach langem Warten erhält die Gemeinde Ohmden eine Förderzusage: Das Land schießt 290 000 Euro für die dringend notwendige Sanierung des Schulgebäudes zu. Alles in allem werden sich die Kosten dafür voraussichtlich auf 600 000 Euro belaufen.

Ostern 2017 Die Sanierung der Schule beginnt. Im Laufe der Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass es um die Standfestigkeit des Gebäudes schlechter bestellt ist als gedacht. Darum beginnt die statische Ertüchtigung des Gebäudes schon in den Osterferien.

Sommer 2017 In den Pfingst- und Sommerferien wird das Innere der Schule saniert: Die Klassenzimmer bekommen neue Böden, Decken und Lampen, die Wände werden gestrichen und die Toiletten saniert.

Herbst 2017 Die statischen Arbeiten und ein Großteil des Innenausbaus sind abgeschlossen. Es soll nun die Außengestaltung des Gebäudes folgen. Anschließend ist das Gesamtprojekt abgeschlossen.bil

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