Weilheim und Umgebung

Angehende Rettungskräfte üben den Ernstfall

Übung Sechs Jugendfeuerwehren proben in Holzmaden den EInsatz. Kreisbrandmeister Dittrich zeigt sich vom hohen Leistungsniveau begeistert. Von Daniela Haußmann

Früh übt sich: Einsatz zu trainieren, macht jungen Feuerwehrleuten nicht nur Spaß, sie lernen auch allerhand dabei. Fotos: Danie
Früh übt sich: Einsatz zu trainieren, macht jungen Feuerwehrleuten nicht nur Spaß, sie lernen auch allerhand dabei. Fotos: Daniela Haußmann

Dichte Rauchschwaden dringen aus dem Eingangsbereich der Holzmadener Gemeindehalle, als Michael Keuerleber in der Jurastraße eintrifft. Der stellvertretende Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Holzmaden erkundet die Lage, um die im Einsatz befindlichen Nachwuchskräfte schnell und effektiv zu koordinieren. Einige Personen konnten ins Freie flüchten und den Notruf wählen. Bei ihrer Befragung wird rasch klar, dass es bei der Heizungsanlage zu einem Brand gekommen ist. Acht Personen werden vermisst. „Ihre Rettung hat oberste Priorität“, erklärt Kommandant Thomas Polster.

Es dauert nicht lange, bis die Kameraden der Holzmadener Nachwuchsabteilung mit Blaulicht und Sirene am Ort des Geschehens eintreffen. In Windeseile werden Schläuche ausgerollt und an die Verteiler angeschlossen, während sich die ersten Atemschutzgeräteträger ihre Pressluftatmer über die Schultern werfen und ohne zu zögern in die Gemeindehalle vordringen. Der Wassertrupp stellt die Löschwasserversorgung bis zum Verteiler sicher. Zeitgleich beginnt der Schlauchtrupp, die Wasserversorgung zwischen Verteilern und Rohren herzustellen. Längst sind Lorena und Mara Polster im Untergeschoss angekommen.

Der Rauch ist so dicht, dass die beiden Jugendfeuerwehrleute kaum die Hand vor Augen sehen. Genau wie bei einem realen Brand gehen die beiden Mädchen in die Hocke. Sie arbeiten sich an der Wand entlang durch die Räume. Vor dem Eingang zur Halle beziehen weitere Atemschutzgeräteträger Stellung. Ihre Aufgaben beschränken sich nicht nur auf die Menschenrettung und Brandbekämpfung. Sie sind auch für die Sicherung der Kameraden zuständig. Geraten die in Not, eilen ihnen die Trupps vor der Halle zur Hilfe. Nur wenige Minuten verstreichen, bis die 14-jährige Lorena und die elfjährige Mara eine verletzte Person an die Rettungskräfte des Jugendrotkreuzes Weilheim übergeben.

Zwischenzeitlich sind auch die Jugendfeuerwehren aus Weilheim, Bissingen, Neidlingen, Ohmden und Aichelberg vor Ort, die sich in aller Eile auf die Suche nach weiteren Vermissten begeben. An allen Seiten der Gemeindehalle wird eine Riegelstellung aufgebaut. „Sie dient dazu, Funkenflug zu unterbinden“, erklärt Rafael Fischer. „So wird verhindert, dass das Feuer auf benachbarte Häuser übergreift.“ Der Schriftführer der Freiwilligen Feuerwehr Holzmaden berichtet, dass die rund 80 Jugendlichen im Alter von zehn bis 17 Jahren das Szenario der Verwaltungsraumübung kennen. Er betont aber, dass die Nachwuchskräfte die Fallannahme untereinander noch nie praktisch durchgespielt haben. „Jeder von ihnen muss das, was er in vielen Übungen trainiert und gelernt hat, jetzt abrufen“, erzählt Andreas Schnepp­le. Aus Sicht der Gruppenführerin Jacqueline Gölz erhalten alle Beteiligten auf diese Weise einen guten Überblick über ihren Leistungsstand. „Gleichzeitig können wir uns so auf das vorbereiten, was uns später erwartet“, bilanziert die 15-Jährige.

Aber nicht nur die rund 50 Zuschauer, die die Verwaltungsraumübung aus nächster Nähe beobachten, sind von dem Können und dem Engagement der Zehn- bis 17-Jährigen beeindruckt. Für Kreisbrandmeister Bernhard Ditt­rich hat die Verwaltungsraumübung einmal mehr gezeigt, dass in Holzmaden, Weilheim, Neidlingen, Bissingen, Ohmden und Aichelberg eine hervorragende Jugendarbeit geleistet wird, die den Nachwuchs gut auf den späteren Dienst in der Einsatzabteilung vorbereitet. Auch Thomas Polster ist mit dem Verlauf der Simulation mehr als zufrieden. Für den Holzmadener Kommandanten trägt die Übung dazu bei, die Attraktivität der Feuerwehr zu steigern und bei jungen Menschen das Interesse an einer Mitgliedschaft zu wecken.

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