Weilheim und Umgebung

Auf dem Irrweg

Es ist eine Chance für den Tourismus in Weilheim: Denn ein Wohnmobil-Stellplatz in einem Fachwerkstädtchen, das direkt an der Autobahn und trotzdem im Grünen liegt, dürfte so manchen Reisenden zu einen Zwischenstopp verführen. Welch großes touristisches Potenzial generell in Wohnmobil-Stellplätzen steckt, zeigt ein Blick in die Umgebung: Neuffen hat seinen Platz zum zweiten Mal erweitert, Beuren baut eine Luxus-Variante und erhält dafür Geld vom Land. Kirchheim plant einen neuen Platz, und in Nürtingen wurden vergangenes Jahr 1 745 Übernachtungen gezählt.

Dass Weilheim sich die Nächte auf dem gut ausgestatteten Platz bezahlen lässt, ist völlig in Ordnung. Neuankömmlinge zum Ticketkaufen an die Tankstelle zu schicken, hat dagegen mit Service und Gastfreundschaft wenig zu tun. Wer weit gereist ist, möchte kaum noch mal einsteigen und sein Gefährt in Richtung der nächsten Zapfsäulen rangieren. Und was, wenn ein anderer Gast unterdessen den letzten Stellplatz wegschnappt? Da ist es wohl niemandem zu verdenken, wenn er sich lieber ein paar Meter weiter auf den kostenlosen Parkplatz der Limburghalle stellt und lediglich den Inhalt seines Chemie-Klos in den Ausguss am Stellplatz kippt.

Klar: Zu den 500 Meter entfernten Tankstellen kann man auch laufen. Ob es allerdings der richtige Weg ist, die Gäste erst einmal eine Parkgenehmigung in einer wenig attraktiven Ecke Weilheims holen zu lassen, statt sie direkt in die historische Innenstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten, Läden und Restaurants zu lotsen, ist fragwürdig. Das gilt vor allem vor dem Hintergrund, dass Weilheim eine fünfstellige Summe in ein Konzept steckt, in dem es auch um Tourismusförderung und Innenstadtbelebung geht.

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