Weilheim und Umgebung

Auf dem Pumptrack geht es rund

Freizeit In Hepsisau ist die neue Anlage für Räder, Roller und Inliner eingeweiht worden. Sie ist schon jetzt der Renner bei Kindern und Jugendlichen aus der Umgebung. Von Bianca Lütz-Holoch

Bürgermeister Johannes Züfle, Jonathan Riek und Paul Clauß (von links) testen die neue Strecke.
Bürgermeister Johannes Züfle, Jonathan Riek und Paul Clauß (von links) testen die neue Strecke.

Immer hoch und runter fahren sie, dann in die Kurve und wieder ein Stück geradeaus. Auf dem neuen Pumptrack in Hepsisau geht es im wahrsten Sinne des Wortes rund: Zeitweise sind es über zehn Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf einmal, die ihre Runden auf dem Wellen-Parcours beim Spiel- und Sportplatz in Hepsisau drehen. „Es bilden sich manchmal richtige Schlangen hier“, sagt Hepsisaus Ortsvorsteher Hartmut Hummel und scherzt: „Hätte die Anlage einen Betriebsstundenzähler, wäre sie schon wieder alt.“ Seit gut einer Woche steht die Pumptrack-Anlage. Nun ist sie offizell eingeweiht worden.

Zur Feier des Tages hat Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle am Einweihungsabend den gelben Roller seiner Tochter im Gepäck. Mit ihm flitzt er geschickt über den schwarzen Wellenparcours: „Ich war schon mal hier und habe geübt“, gesteht er augenzwinkernd. Ihm dicht auf den Fersen sind Jonathan Riek mit seinem Fahrrad und Paul Clauß auf dem Scooter. Die beiden Sechstklässler und ihr Freund Micha Zauner - der bei der Eröffnung nicht dabei sein kann, weil er im Urlaub ist - haben einen großen Anteil daran, dass es die Anlage in Hepsisau überhaupt gibt. Denn von ihnen stammt die Idee dazu.

Begonnen hat alles beim Weilheimer Jugendforum im Herbst. Jonathan, Paul und Micha wünschten sich bei der Veranstaltung eine eigene Bike-Strecke für Hepsisau, damit sie nicht immer zur sechs Kilometer entfernten Anlage nach Weilheim fahren müssen. Bürgermeister Johannes Züfle lud die Jungs daraufhin zu einem Gespräch ins Rathaus ein. Dort stellten sie ihm ihre Pläne vor, er erläuterte ihnen das Verfahren und trug ihnen auf, sich mindestens zehn weitere Mitstreiter für ihr Herzensprojekt zu suchen. „Diese Bedingung haben sie mehr als erfüllt“, erinnert sich Johannes Züfle. Bei der Besichtigung des möglichen Standorts am Spiel- und Sportplatz in Hepsisau mit Vertreterm der Stadt standen 21 Kinder und Jugendliche vor ihm.

Im Februar gaben der Ortschaftsrat und der Gemeinderat grünes Licht. Dann ging alles ganz schnell. Stadtbaumeister Jens Hofmann bestellte die Anlage und suchte mit Hochdruck nach einer Firma, die den Untergrund für die Strecke ebnet und modelliert. Fritz Braun erklärte sich bereit dazu, die Bauteile des Parcours konnten schnell geliefert werden - und zwei Monate nach dem Gemeinderatsbeschluss war der Pumptrack fertig.

Für Johannes Züfle ist der Pumptrack ein Paradebeispiel dafür, dass sich Engagement auszahlt. „Natürlich können wir nicht sofort jede Idee umsetzen“, räumt er ein. „Aber es lohnt sich, für seine Interessen zu kämpfen.“

50 000 Euro hat die Stadt Weilheim in die neue Anlage investiert. Der Wellenparcours, den eine Schweizer Firma hergestellt hat, besteht aus Glasfaser-Kunststoff-Modulen und kann auf der 30 mal 15 Meter großen Fläche immer wieder neu angeordnet und aufgebaut werden. Geübte Fahrer können sich darauf allein durch Gewichtsverlagerung fortbewegen. Geeignet ist die Strecke für Lauf- und Fahrräder, Inliner, Roller und Skateboards. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht: Von Jung bis Alt sind alle mit ihren Gefährten willkommen - vorausgesetzt, sie tragen einen Helm.

Für den Spiel- und Sportplatz in den Langen Wiesen stellt der Parcours eine weitere Bereicherung dar. „Wir haben jetzt eine Top-Anlage hier“, sagt Ortsvorsteher Hartmut Hummel. Gerade erst ist ein neues, großes Spielgerät installiert worden. Es gibt ein Bodentrampolin, einen Bolzplatz, ein Basketballfeld und eine Schutzhütte. „Die Entfernung zu den Häusern ist außerdem so groß, dass wir mit Lärm hier keine Probleme haben“, so Hummel.

Früh übt sich: Der Wellen-Rundkurs bereitet auch kleinen Radlern große Freude.Fotos: Jean-Luc Jacques
Früh übt sich: Der Wellen-Rundkurs bereitet auch kleinen Radlern große Freude. Fotos: Jean-Luc Jacques
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