Weilheim und Umgebung

Aus dem Randecker Vulkankrater steigt Rauch

Landschaftspflege Im Naturschutzgebiet Randecker Maar säubern Freiwillige die Schafweiden im Maar und legen ein Brünnele wieder frei. Von Thomas Krytzner

Rund 75 Freiwillige wuseln im Randecker Maar, befreien die Wiesen von Gestrüpp und verbrennen es anschließend. Fotos: Thomas Kry
Rund 75 Freiwillige wuseln im Randecker Maar, befreien die Wiesen von Gestrüpp und verbrennen es anschließend. Fotos: Thomas Krytzner

Die Organisatoren sind vom großen Andrang überrascht: Rund 75 Freiwillige sind zum Wanderparkplatz Randecker Maar gekommen, um beim diesjährigen Landschaftspflegetag des Naturschutzzentrums Schopflocher Alb dabei zu sein. Gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Stuttgart und der Gemeinde Bissingen riefen Saskia Lange und Dr. Wolfgang Wohnhas zur aktiven Mithilfe. Die Erste Landesbeamtin, Dr. Marion Leuze-Mohr freut sich, dass trotz Regenwetters so viele mit anpacken wollen. Ulrike Möck vom Regierungspräsidium macht den Helfern bewusst, dass sie in einem der bedeutendsten Geotope Deutschlands arbeiten werden. Zusammen mit den Hangschluchtwäldern am Albtrauf bildet das Naturschutzgebiet Randecker Maar ein wichtiges landschaftliches Merkmal im Biosphärengebiet der Schwäbischen Alb.

Pünktlich zum Start der Arbeiten denken wohl die dicken Wolken, für sie gelte das „Go“ auch und lassen den Regen in ungemütlich großen Tropfen auf die Landschaft am Maar prasseln. Das hält die Naturliebhaber nicht ab, und sie stürzen sich trotzend in die Arbeit.

Nachdem die Gruppen „Brünnlein“ und „Schafweide“ eingeteilt sind, packt jeder das entsprechende Gerät und los geht’s. Mit Rechen, Heugabel und Muskeln bepackt werden Schlehengestrüpp und Brombeersträucher aus den Weidehängen zu Haufen gerecht und dichtes Geäst, das ein Brünnele verdeckte, direkt zum Häcksler gebracht. Immer wieder scheinen die scharfen Messer dem Holz kaum Herr zu werden, am Schluss ist aber alles fein säuberlich gehäckselt.

Derweil sorgen die fachkundigen Instruktoren am unteren Ende der Schafweiden für leuchtende Kinder- und Männeraugen: Das restliche Gestrüpp, das die vielen Helfer zusammengerecht haben, kommt auf einen großen Haufen und wird angezündet. Mühsam finden die Flammen ihren Weg und sorgen dank der Feuchte für mächtig Rauch. Fast sieht es so aus, als würde der Vulkan zu neuem Leben erweckt. Und weil‘s so schön ist, entzünden die Verantwortlichen gleich noch einen zweiten Haufen. Die Jungs und Mädels freut es, und der ungemütliche Regen ist schnell vergessen.

Schnell kommen alle Pflegetrupps voran. Dies nicht zuletzt, weil alle tatkräftig mithelfen: Vom dreijährigen Knirps bis zum 80-jährigen, erfahrenen Landschaftsschützer. Immer wieder ist Kinderlachen zu hören, vor allem, wenn die Jüngsten dann auch noch mit dem großen Traktor eine Runde mitfahren können.

Saskia Lange vom Naturschutzzentrum Schopflocher Alb ist zufrieden: „Wir haben zwar viele Anmeldungen erhalten, aber jetzt sind noch mehr da, als erwartet.“ Sie erklärt, warum der Landschaftspflegetag wichtig ist: „Durch solche Aktionen wollen wir um Verständnis für die Anliegen und Aufgaben des Naturschutzes werben und die Bevölkerung wachrütteln.“ Lange blickt auch in die Zukunft der Natur: „Der Aktionstag soll mithelfen, damit Naturschutzgebiete als etwas Positives gesehen werden. Wir hoffen auf mehr Akzeptanz der Schutzgebiete in der Bevölkerung.“ Die rege Teilnahme am zehnten Landschaftspflegetag im Randecker Maar ist ein großer Erfolg „und ein richtiger Schritt zum Schutz der Natur.

Schlehen und Brombeerhecken wurden direkt vor Ort verbrannt. Foto: Thomas Krytzner
Schlehen und Brombeerhecken wurden direkt vor Ort verbrannt. Foto: Thomas Krytzner
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