Weilheim und Umgebung

Bahn für Pumptrack ist frei

Freizeit Der Einsatz einer Gruppe von Jugendlichen aus Hepsisau zahlt sich aus: Am Spiel- und Sportplatz wird eine Strecke gebaut, auf der sie mit Rädern, Rollern und Inlinern fahren können. Von Bianca Lütz-Holoch

Dass ein Pumptrack auf dem Bolzplatz in Hepsisau angelegt werden soll, ist beschlossene Sache. Unklar ist im Moment aber noch, o
Dass ein Pumptrack auf dem Bolzplatz in Hepsisau angelegt werden soll, ist beschlossene Sache. Unklar ist im Moment aber noch, ob ein Standort direkt am Weg besser geeignet wäre oder eine freie Fläche im hinteren Bereich der Wiese.Foto: Jean-Luc Jacques

Von wegen mal kurz eine Runde auf die Bike-Strecke oder den Skater-Platz gehen. Für Jonathan, Micha und Paul ist das schon eher ein Tagesausflug. Denn die drei Sechstklässler wohnen in Hepsisau und müssen sechs Kilometer zurücklegen, um zur Freizeitanlage nach Weilheim zu kommen. Nicht mehr lange allerdings: Denn sie haben sich zusammen mit anderen Jugendlichen dafür eingesetzt, dass der Weilheimer Ortsteil „etwas Eigenes“ erhält - mit Erfolg: Auf dem Sport- und Spielplatz in Hepsisau entsteht ein Pumptrack, eine Wellenbahn, die für Räder aller Art, Roller, Inliner und Skateboards geeignet ist.

Beim Jugendforum der Stadt Weilheim im September hatten Jonathan, Micha und Paul ihren Wunsch nach einer Bike- und Skate-Anlage für Hepsisau vorgetragen. Bei Bürgermeister Johannes Züfle rannten sie damit offene Türen ein. „Die Verwaltung begrüßt die Schaffung weiterer Freizeit- und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche“, so Züfle. Seine Bedingung: Die Jungs sollten weitere Mitstreiter finden, die Interesse an einer Bike- und Skate- strecke haben, und ihre eigenen Ideen vortragen.

Zunächst einigten sich Jugendliche und Stadt auf eine Anlage in Form eines Pumptracks, weil sie sich für alle Altersgruppen eignet. Bei einem Termin auf dem Sportplatz in Hepsisau erschienen dann knapp 20 Jugendliche und zeigten sich - wie Bürgermeister Johannes Züfle und Ortsvorsteher Hartmut Hummel wohlwollend feststellten - engagiert und gut informiert. „Man hat gesehen, dass es ihnen wichtig ist“, so Hummel.

Nun haben auch der Ortschaftsrat in Hepsisau und der Weilheimer Gemeinderat grünes Licht für den Bau der Anlage gegeben. Rund 50 000 Euro wird sie voraussichtlich kosten. Gebaut werden soll der Pumptrack nicht aus Asphalt, wie etwa in Schopfloch, sondern aus Glasfaser-Kunststoff-Modulen, die immer wieder neu arrangiert werden können.

Wenn alles glatt geht, könnte die Strecke bereits im Frühsommer stehen. „Allerdings müssen wir erst noch eine horizontale Plattform herstellen“, sagt Stadtbaumeister Jens Hofmann. Darüber hinaus beträgt die Lieferfrist für die Module mehrere Wochen.

Unklar ist im Moment noch, wo genau im Bereich des Spiel- und Sportplatzes der Rundkurs, der eine Fläche von 30 mal 15 Metern beansprucht, aufgebaut werden soll. Stadtbaumeister Jens Hofmann plädiert für einen Standort zwischen Spielplatz und Fußballtor. „Wenn die Kinder bei Nässe erst noch 50 Meter durch die Wiese laufen müssen, dann kommt viel Schmutz in die Anlage“, gibt er zu bedenken. Im Ortschaftsrat in Hepsisau dagegen gab es Befürchtungen, dass es zwischen dem Spielplatz und dem Fußballbereich zu eng wird. Geklärt werden soll die Frage bei einem weiteren Vor-Ort-Termin.

Wo die Anlage steht, ist Jonathan, Micha und Paul eigentlich egal. „Wir finden es gut, dass wir überhaupt etwas bekommen“, sagt Jonathan. In Zukunft müssen er und seine Freude dann nicht mehr den Weg nach Weilheim auf sich nehmen. „Wir können uns einfach nachmittags auf dem Sportplatz treffen“, freut er sich.

Ein Pumptrack ist ein geschlossener Rundkurs mit Wellen, Steilkurven und Sprüngen. Er besteht aus Asphalt oder Kunststoffelementen. Wer Übung hat, kann sich allein durch Gewichtsverlagerung darauf fortbewegen.

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