Weilheim und Umgebung

Barbara Born wird Bürgermeisterin von Ohmden

Wahl Die 49-jährige Diplom-Verwaltungswirtin hat sich am Sonntag mit großer Mehrheit durchgesetzt. Sie konnte 79 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Von Bianca Lütz-Holoch

Barbara Born nimmt die Glückwünsche der Bürger entgegen. Foto: Markus Brändli
Barbara Born nimmt die Glückwünsche der Bürger entgegen. Foto: Markus Brändli

Um Punkt 18.40 Uhr stand am Sonntagabend fest: Ohmden hat eine Bürgermeisterin - zum ersten Mal in der Geschichte der Gemeinde. Die 49-jährige Barbara Born aus Oberboihingen setzte sich im ersten Wahlgang souverän durch. Sie konnte 79,2 Prozent der gültigen Stimmen auf sich vereinen. Der Ohmdener Gemeinderat Michael Frank erhielt 19,3 Prozent der Stimmen, Dauerbewerberin Fridi Miller aus Sindelfingen kam gerade mal auf 0,92 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 69 Prozent und war damit gleich hoch wie bei der letzten Bürgermeisterwahl. Insgesamt 1 421 Ohmdener waren wahlberechtigt gewesen.

„Ich habe dieses Amt angestrebt, weil ich daran mitwirken möchte, die Lebensqualität in unserer Gemeinde zu erhalten und zu verbessern“, sagte Barbara Born kurz nach Verkündung des Wahlergebnisses.

Sie versprach, all ihre Kraft, ihr Können und ihre Erfahrung für das Wohl Ohmdens und seiner Bürger einzusetzen. Ihrem Konkurrenten Michael Frank reichte Barbara Born die Hand: „Ich biete Ihnen ausdrücklich eine gute Zusammenarbeit im Gemeinderat an“, sagte sie.

Der unterlegene Michael Frank zeigte sich zwar enttäuscht von seiner Niederlage, gratulierte jedoch der frisch gewählten Bürgermeisterin und wünschte ihr viel Erfolg. Wie wichtig es ist, dass sich überhaupt Bewerber für ein solch wichtiges Amt finden, betonte der Kirchheimer SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Kenner, der an dem Abend vor Ort war: „Die Demokratie lebt davon, dass sich Menschen zur Wahl stellen.“

Zur öffentlichen Auszählung und zur Verkündung des Ergebnisses waren zahlreiche Interessierte in die Wiestalstuben der Gemeindehalle gekommen, unter anderem auch der Großteil der Bürgermeister aus dem Verwaltungsraum Weilheim und Ohmdens ehemaliger Bürgermeister Michael Funk. Der 34-Jährige war im Dezember zum Bürgermeister von Altbach gewählt worden - rund ein Jahr vor Ende seiner regulären Amtszeit in Ohmden. Der Chefsessel im Rathaus der Trinkbachgemeinde ist deshalb bereits seit Januar verwaist.

Dort zieht nun Barbara Born ein. Die 49-jährige Diplom-Verwaltungswirtin arbeitet aktuell noch bei der Stadt Wendlingen als Abteilungsleiterin im Bereich Stadtplanung und Bauverwaltung. Sie lebt mit ihrem Partner, dem Oberboihinger Bürgermeister Torsten Hooge, sowie ihren 17 und 20 Jahre alten Kindern in Oberboihingen. Schon vor der Wahl hatte sie angekündigt, dort bleiben zu wollen, bis ihr Sohn seine Berufsausbildung abgeschlossen hat. Danach, so hatte Barbara Born erklärt, könnten sie und ihr Partner sich gut vorstellen, nach Ohmden zu ziehen.

Kommentar: Wähler setzen auf Fachfrau

Dass Barbara Born die Bürgermeisterwahl in Ohmden gewinnt, war zu erwarten gewesen. Denn viele Faktoren haben von Anfang an für die 49-Jährige gesprochen: Sie hat eine klassische Verwaltungsausbildung absolviert, bringt jahrzehntelange Berufserfahrung mit und ist überdies mit einem Schultes liiert. Sie weiß also, was der Job mit sich bringt. Ihre Ankündigung, sie könne sich gut vorstellen, in absehbarer Zeit nach Ohmden zu ziehen, hat dann bei vielen Wählern wohl noch letzte Zweifel ausgeräumt.

Ebenso klar war auch gewesen, dass Michael Frank lediglich auf der Außenseiterposition ins Rennen geht. Denn nur in den wenigsten Fällen setzen sich die Bewerber aus dem Ort durch - ganz besonders dann nicht, wenn es ihnen an Verwaltungserfahrung fehlt.

Aus der Wahl kann der 50-Jährige Ohmdener, der seit dreieinhalb Jahren im örtlichen Gemeinderat sitzt, dennoch erhobenen Hauptes herausgehen. Mit gut 19 Prozent der abgegebenen Stimmen hat er ein respektables Ergebnis erzielt. Und noch wichtiger: Mit seiner Kandidatur hat er überhaupt erst dafür gesorgt, dass die Ohmdener eine echte Wahl hatten.

Entschieden haben sich die Bürger aber ganz klar für die Fachfrau. Daran haben sie sicher gut getan. Denn es gilt die Regel: Je kleiner die Gemeinde, desto mehr Aufgaben fallen in den Zuständigkeitsbereich des Gemeindeoberhaupts - und desto wichtiger ist es auch, dass sich der Bürgermeister oder eben die Bürgermeisterin in Verwaltungsdingen gut auskennt.

Wenn Barbara Born nun noch ihr Wahlversprechen einlöst, stets ein offenes Ohr für die Bürger zu haben und die Menschen intensiv an der Gestaltung des Dorfs zu beteiligen, können die Ohmdener mit Zuversicht in die Zukunft blicken.

Von Bianca Lütz-Holoch

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