Weilheim und Umgebung

Bauen im Ortskern

Holzmaden erstellt einen Rahmenplan für eine langfristig angelegte Innenverdichtung

Die Nachfrage nach Baugrundstücken ist da, doch statt neue Baugebiete auszuweisen, müssen in Holzmaden wie anderswo erst die innerörtlichen Potenziale ausgeschöpft werden werden. In einer Bürgerversammlung in der Gemeindehalle bekamen die Einwohner erste Überlegungen präsentiert.

Nach dem Vorentwurf des Rahmenplans könnte das Gemeindegrundstück Blumenstraße 4 in Holzmaden zu einer späteren Erschließung des
Nach dem Vorentwurf des Rahmenplans könnte das Gemeindegrundstück Blumenstraße 4 in Holzmaden zu einer späteren Erschließung des östlichen Innenbereichs dienen. Foto: Jean-Luc Jacques

Holzmaden. Die Vogelperspektive auf die Urweltgemeinde macht es deutlich: In Holzmaden gibt es in zweiter Reihe nicht wenige zusammenhängende Grünstreifen. Vorstellbar sind Nachverdichtungen beispielsweise westlich der Friedhofstraße, östlich der Blumenstraße und nördlich der Hirtenstraße. Ein Ziel ist zu verhindern, dass der Ortskern durch den demografischen Wandel und den Wegfall kleiner Läden ausblutet. Dafür greift die Gemeinde zum Instrument eines Rahmenplans, der die Gesamtentwicklung im Blick hat, den Grundstückseigentümern bei der Orientierung und dem Gemeinderat bei seinen Entscheidungen hilft. Ein Vorentwurf des Plans wurde den rund 120 Besuchern einer Bürgerversammlung in der Gemeindehalle vorgestellt.

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„Keiner soll das Gefühl haben, die Gemeinde will in meinen Garten ein Haus setzen“, erklärte Holzmadens Rathauschefin Susanne Jakob. Gezeigt werden soll vielmehr, wo es möglich wäre, zu bauen. Der Prozess ist langfristig angelegt. „Wir planen auf Generationen“, so die Bürgermeisterin.“

Rainer Metzger, Geschäftsführer des Ingenieurbüros Melber & Metzger, betonte, dass es bei dem Rahmenplan auch um die Funktion von Gebäuden, also um die Gestaltung der gewachsenen Ortslage geht. Das Papier zeigt unter anderem strukturelle, städtebauliche und gestalterische Zusammenhänge auf.

Wie der Planer Gernot ­Kriegeskorte ausführte, sieht der Vorentwurf auch vor, langfristig Wegeverbindungen insbesondere entlang des Seebachs zu entwickeln. Ebenfalls auf lange Sicht angedacht ist eine Abrundung des Ortsrands beispielsweise im Bereich Weingartäcker beziehungsweise südlich der Weilheimer Straße. Weil das Gebiet im Außenbereich liegt, müsste dazu jedoch der Flächennutzungsplan geändert und Lärmschutz berücksichtigt werden.

Potenzial zur Nachverdichtung und Ersatzbebauung sieht der Planer für das Gebiet ums Rathaus und den Festplatz. Dort gehe es grundsätzlich um eine städtebauliche Neuordnung. Er lud die Bürger ein, sich an dem Prozess zu beteiligen: „Es wäre besonders schön, wenn Sie mitwirken würden.“

Überschwemmungsgebiete am Seebach schränken die Innenverdichtung ein. So halten es die Planer zum Beispiel nicht für empfehlenswert, südlich der Rainstraße in zweiter Reihe das Bauen zu ermöglichen.

Der Vorentwurf dient nun als Grundlage der Diskussion und wird zunächst öffentlich ausgelegt.