Weilheim und Umgebung

Beim Löschwasser brennt der Kittel

Wasserturm und Hochbehälter in Holzmaden sind dringend sanierungsbedürftig – Löschwasserversorgung ist an der Leistungsgrenze

Die Gemeinde Holzmaden muss in Sachen Löschwasser etwas tun. Die veraltete Technik blockiert auch verschiedene Bauvorhaben.

Erst wenn die Technik bei der Löschwasserversorgung in Holzmaden modernisiert wird, können die Baulücken im Gewerbegebiet Zeller
Erst wenn die Technik bei der Löschwasserversorgung in Holzmaden modernisiert wird, können die Baulücken im Gewerbegebiet Zeller Straße geschlossen werden.Luftbild: Werner Feirer

Holzmaden. „Die Löschwasserversorgung in Holzmaden ist komplett gewährleistet, aber nur durch größere Klimmzüge“, so Weilheims Tiefbauamtsleiter Claus Braun auf Nachfrage. Damit sie den behördlichen Vorgaben entspricht und Baulücken unter anderem im Gewerbegebiet Zeller Straße geschlossen werden können, muss die Urweltgemeinde etwas tun. Dringender Handlungsbedarf besteht auch in der Rainstraße und Teilen der Weilheimer Straße. Dort sollten die Wasserleitungen größer dimensioniert werden.

Für Gewerbebetriebe müssen in einem Umkreis von 300 Metern zwei Stunden lang pro Stunde 96 Kubikmeter Wasser mit einem Druck von 1,5 Bar fließen. Die vorhandenen Hydranten schaffen derzeit lediglich die Hälfte. Bereits vor 15 Jahren wurde deshalb eine Saugstelle am Hochbehälter eingerichtet. Sie ist aus hygienischen Gründen heute jedoch nicht mehr zulässig. Wie Claus Braun im Holzmadener Gemeinderat erklärte, hat ein Gutachten des Ingenieurbüros „RBS wave“ die bisherige Handhabung als gesundheitlich bedenklich eingestuft. „Die Gefahr besteht, dass der Hochbehälter verkeimt“, erklärte der Tiefbauamtsleiter.

Das Büro RBS wave ist nun beauftragt, eine Lösung auszutüfteln. Zudem verlangt das Landratsamt Esslingen einen genauen Zeitplan. „Die Gnadenfrist sollten wir nicht überstrapazieren“, sagte die Holzmadener Bürgermeisterin Susanne Jakob. Ebenfalls nicht mehr zulässig sind offene Leitungen im Hochbehälter. „Da muss die RBS wave ran“, so Braun.

Gemeinderat Dieter Fischer zeigte sich überrascht darüber, dass es nicht möglich sein soll, die Schieber umzurüsten. „Schieber zählen nicht als abdichtendes Element“, so lautete die Erklärung Brauns.

Derzeit muss im Brandfall automatisch der Schlauchwagen der Weilheimer Feuerwehr alarmiert werden. Technisch und organisatorisch machbar –, aber kein Dauerzustand, wie der Tiefbauamtsleiter betonte. Mit der Veränderung der Schieber würden sich zudem die Druckverhältnisse erheblich verändern. Das Risiko sei, dass Teile der veralteten Leitungen bersten.

Auf Michael Thiehoffs Frage nach den Kapazitäten von Hochbehälter und Wasserturm verdeutlichte Claus Braun, die Wassermenge sei zwar da, aber der erforderliche Druck fehle. Eventuell muss ein weiterer, mit Pumpen ausgestatteter Behälter in Form einer Art Zisterne gebaut werden. Würde dieser mitten im Gewerbegebiet Zeller Straße positioniert, wäre sichergestellt, dass dort im Umkreis von 300 Metern das Löschwasser mit dem notwendigen Druck und in der vorgeschrieben Menge fließen kann.

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