Weilheim und Umgebung

Betonplatten verursachen Krach

Holzmadener Lärmaktionsplan setzt auf Tempo 30, Lkw-Durchfahrtsverbot und neuen Belag auf der A8

Das laute Ploppen, wenn Lastwagen auf der A8 über die Betonplatten donnern, stört viele Holzmadener. Abhilfe würde der Einbau eines lärmarmen Belags schaffen. In einer Bürgerversammlung in der Gemeindehalle wurden die Einwohner in Sachen Lärmaktionsplan auf den neuesten Stand gebracht.

Ein lärmarmer Fahrbahnbelag auf der A8 brächte mindestens eine Verbesserung um vier dB(A). Rund 120 Besucher waren zur Bürgerver

Ein lärmarmer Fahrbahnbelag auf der A8 brächte mindestens eine Verbesserung um vier dB(A). Foto: Markus Brändli

Holzmaden. Insbesondere Menschen, die südlich der Ortsdurchfahrt, im Bereich Lettenstraße oder im Baugebiet Ringstraße wohnen, beeinträchtigt der Verkehr, der auf der Autobahn an Holzmaden vorbeirauscht. Fast 83 000 Fahrzeuge passieren im Schnitt innerhalb eines Tages die Urweltgemeinde. Nachts steigt der Schwerverkehr auf ein Drittel des gesamten Verkehrsaufkommens an. Allein durch den Lärm auf der A8 werden in vielen Bereichen Holzmadens tagsüber Werte von mehr als 60 oder gar über 65 dB(A) erreicht. Letztere seien extreme Werte, so Jürgen Roth vom Büro „Sound-Plan“ aus Backnang. Die Zahlen, die aus einer Verkehrsanalyse vom vergangenen Jahr stammen, stellte der Diplom-Geograf in einer Bürgerversammlung in der Holzmadener Gemeindehalle vor.

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Um den Lärm, der von der Autobahn in den Ort schwappt, zu minimieren, schlägt der Planer vor, die bisherigen Betonplatten, die für das laute Klacken verantwortlich sind, durch einen lärmarmen Fahrbahnbelag zu ersetzen, wie er auch im Bereich Kirchheim aufgebracht ist. Bis die Maßnahme umgesetzt ist, würde eine Reduzierung auf Tempo 120 Abhilfe schaffen. Weil Anwohner darüber klagen, dass das Tor der Behelfsausfahrt nach dem Benutzen häufig längere Zeit offensteht und deshalb die Lärmschutzwand durchbrochen ist, soll das Tor künftig nur im Notfall geöffnet und danach wieder geschlossen werden.

Als weitere Lärmquelle entpuppt sich die L 1200. Auf der westlichen Seite der Bahnhofstraße sind täglich rund 9 800 Fahrzeuge unterwegs, davon 10,4 Prozent Schwerverkehr. Auf der östlichen Seite sind es knapp 8 000 Fahrzeuge mit einem Schwerverkehr-Anteil von 11,7 Prozent.

Roth wies darauf hin, dass die Gemeinde nicht selbst entscheidet, was genau umgesetzt wird. Bürgermeisterin Susanne Jakob möchte mit den Vorschlägen in erster Linie auf das Regierungspräsidium zugehen. Sie kündigte an, dass sich die Gemeinde aber auch um die Ortsdurchfahrt kümmern wird. Der Lärmaktionsplan setzt dort auf ein nächtliches Lkw-Durchfahrtsverbot. Zudem soll gemäß dem Plan sowohl auf der Ortsdurchfahrt, der K 1201, als auch auf der L 1200 im Bereich der Bahnhofstraße bis zum südlichen Ortsende von 22 bis 6 Uhr Tempo 30 gelten.

Verwundert zeigten sich einige Besucher darüber, dass der von der ICE-Trasse zu erwartende Lärm noch nicht mit in die Analyse eingegangen ist. Die Rathauschefin möchte in den Gesprächen mit den Behörden jedoch darauf hinweisen, dass sich durch die Hochgeschwindigkeitszüge das Problem verschärft.

Voraussichtlich von Mitte, Ende April an liegt der Lärmaktionsplan sechs Wochen aus. Gesammelt werden Vorschläge zur Lärmminderung. Gehört werden auch die Träger öffentlicher Belange. Nach der Prüfung, dem Ausarbeiten und der Verabschiedung des Lärmaktionsplans geht es an die Umsetzung. Die Frage nach dem zeitlichen Rahmen ließ Roth offen. „Das ist abhängig von der Dringlichkeit bei RP und Landratsamt.“ Die A8 sei immer ein Brennpunkt. „Ich hoffe aber, dass wir am Fahrbahnbelag was machen können.“

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Rund 120 Besucher waren zur Bürgerversammlung in die Holzmadener Gemeindehalle gekommen. Foto: Markus Brändli