Weilheim und Umgebung

Bienenstrom macht Schule

Umweltschutz Das Projekt der Nürtinger Stadtwerke, das Lebensräume für Insekten fördert, findet bundesweit Beachtung.

Nürtingen. Bienenstrom ist der plakative Name eines Produkts, das die Nürtinger Stadtwerke gemeinsam mit der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets Schwäbische Alb entwickelt haben und das die Lebensbedingungen für die fleißigen Honigsammler verbessern soll. Nach der Auszeichnung des Projekts im Rahmen der „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ gibt es jetzt bundesweiten Zuspruch. „Plötzlich sind Anfragen aus der ganzen Bundesrepublik bei uns eingegangen“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Volkmar Klaußer bei der Pressekonferenz zum Fortgang des Projekts. Vor allem in Niedersachsen, Thüringen und Bayern, wo es große Anbauflächen für Biomasse gibt, sei das Projekt auf Interesse gestoßen. „Wir sind gerne bereit zu Kooperationen und dazu, unsere Erfahrungen weiterzugeben“, sagt Klaußer, der dabei an Energiedienstleister und staatliche Institutionen denkt. Auch werde die Möglichkeit eines Sponsorings angeboten. Firmen können sich mit Fixbeträgen beteiligen und so etwas für die Umwelt tun.

„Als Energiedienstleister wollten wir ein Projekt entwickeln, das zu unserer Branche passt“, sagte Volkmar Klaußer über die Bienenstrom-Anfänge. Die Idee: Der Anbau von Biomasse, das als „Futter“ für Biogasanlagen dient, sollte umwelt- und insektenfreundlicher gestaltet werden. Denn vor allem die Mais-Monokulturen stehlen den Tieren ihren Lebensraum. „Wir konnten Landwirte, die für Biogasanlagen produzieren, davon überzeugen, zumindest auf einem Teil ihrer Flächen eine Wildpflanzenmischung auszusäen“, sagte Manfred Albiez, der von den Stadtwerken beauftragte, externe Projektleiter. Diese werden in der Biogasanlage mit verarbeitet, reduzieren jedoch die Energieausbeute um etwa 50 Prozent. Der finanzielle Abmangel wird durch das Projekt ausgeglichen. Das Geld kommt von den Kunden der Stadtwerke, die sich freiwillig mit einem Cent mehr pro Kilowattstunde beteiligen.nz


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