Weilheim und Umgebung

Bissingen hat Hausaufgaben gemacht

Asyl Mit 20 Flüchtlingen hat die Gemeinde Bissingen in diesem Jahr sogar mehr aufgenommen, als sie müsste.

Bissingen. 48 - so viele Flüchtlinge leben aktuell in der Anschlussunterbringung in Bissingen. In diesem Jahr hat die Seegemeinde 20 Personen neu aufgenommen - das sind fünf mehr als sie eigentlich hätte aufnehmen müssen, erläuterte jetzt Bürgermeister Marcel Musolf im Gemeinderat. „Bissingen kommt bisher in allen Jahren seiner Aufnahmeverpflichtung nach und ist damit eine der wenigen Kommunen im Landkreis, die fast fortlaufend eine Übererfüllung vorweisen kann“, betonte er.

Die Überkompensation führe zu einer Anrechnung auf die Unterbringungsquote für das kommende Jahr: So seien 2019 keine weiteren Aufnahmen von Flüchtlingen notwendig. Für das Jahr 2020 muss Bissingen laut einer Prognose des Landkreises allerdings damit rechnen, drei weitere Personen aufzunehmen. Grundsätzlich werde im Landkreis von „einer reduzierten Zuweisungsgröße“ im Vergleich zu den bisherigen Prognosen ab 2019 ausgegangen, ergänzte Musolf.

Der Landkreis gehe deshalb davon aus, dass er nächstes Jahr anstatt 1 500 nur 800 Flüchtlinge zugewiesen bekommt. Diese Entwicklung führe zu einer „gewissen Entspannung bei der Wohnmarktakquise“, sagte der Bürgermeister. Dies dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Unterkünfte in Bissingen sehr ausgelastet seien. Befristete Mietverhältnisse neigen sich zudem langsam dem Ende zu. Deshalb werde eine Verlängerung der Mietverhältnisse angestrebt. Außerdem prüfe man weitere „Anmietungsoptionen“.

Geplant ist darüber hinaus, im Gebäude an der Unteren Straße 3, in dem die Gemeinde bereits das Obergeschoss für die Anschlussunterbringung mietet, einen Umbau des Erdgeschosses von Geschäfts- zu Wohnräumen weiterverfolgen. „So wären wir für die Zukunft gerüstet“, fügte Musolf hinzu.

Seit 2015 hat Bissingen ein dezentrales Unterbringungskonzept erarbeitet, sodass es verteilt im Ort mehrere Standorte der Gemeinde und auch Privatwohnraum für Flüchtlinge gibt. Die kommunalen Unterkünfte befinden sich in Gebäuden an der Hinteren, Mittleren, Unteren und Vorderen Straße sowie an der Mühl- und Pfarrstraße. Heike Siegemund

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