Weilheim und Umgebung

Boller Markenzeichen

Profil als Zentrum der Homöopathie

Bad Boll pflegt sein Image mit Gesundheitsimpulsen für die Bevölkerung. Jetzt soll ein Alleinstellungsmerkmal wieder zur Geltung kommen: Bad Boll als Zentrum der Homöopathie.

Bad Boll. Gesundheit und Kultur hat sich Bad Boll immer schon auf die Fahnen geschrieben. Gemeinderat Hannes Baab greift dies privat auf, wenn er mit seinen Mails aus der gesündesten Gemeinde Deutschlands grüßt. Auch sein Ratskollege Dr. Henning Schindewolf lässt solchermaßen grüßen, mit einer anderen Formulierung in der ihm eigenen geschliffenen Sprache. Jetzt hat Baab einen Stein ins Rollen gebracht. Er regte an, das Markenzeichen Bad Bolls als Zentrum der Homöopathie wiederzubeleben. Er erinnerte an die Homöopathietage, die Dr. Ger­hardus Lang früher organisiert habe. Weiterhin kämen viele Menschen zu den homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern nach Bad Boll. Das solle man wieder herausarbeiten.

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Bürgermeister Hans-Rudi Bührle kann da nur zustimmen. „Die Kompetenz für Homöopathie in Bad Boll ist da“, bestätigt er. Schindewolf sieht das auch so: „Wir haben viel, publizieren das aber nicht.“ Er verweist auf die Wala und alternative Gesundheitsanbieter, die ihr Publikum hätten. Die Gemeinde will sich bemühen, das wieder hochzuhalten. Un­terstützung müsse von den Betrieben kommen, so Bührle.

Vieles hat sich aus dem Gesundheitsforum von Bad Boll entwickelt: Die Gemeinde hat Seniorenbewegungsgeräte am Bahnpark aufgestellt, sorgt mit der neuen Sporthalle für ganz neue Sport- und Spielmöglichkeiten, gibt Einkaufstipps mit dem Bad Boller „FairFührer“, inspirierte 14  Vereine, Betriebe und Privatleute zur Teilnahme am Gesundheitstag im Butzbachtal. Gesunde Ernährung und Bewegung: Beides bietet das Mehrgenerationengärtnern, das die Gemeinde vermittelt hat. Die federführende Mitarbeiterin im Rathaus, Simone Röcken, weiß von zwei neuen „Gartenpaaren“, die sich gefunden haben. Etabliert habe sich das Boulespiel am Bahnpark. Gespielt werde montags und samstags ab 15 Uhr, wenn es das Wetter zulässt.

Viel bleibt zu tun: den Trimm-Dich-Pfad reaktivieren und erweitern, den „Boller Teller“ wiederbeleben, Aktionen wie „eine Woche ohne Fertiggerichte“ oder eine Woche des Geschmacks, ein Jahreszeitenkalender für Obst und Gemüse. Zwölf Punkte hat Simone Röcken auf der Agenda. Man brauche allerdings auch möglichst für jedes Projekt einen Kümmerer, der das nötige Hintergrundwissen habe.