Weilheim und Umgebung

Corona verkürzt die Nebelhöhle um 80 Meter

Ausflugstipp Die Höhle bei Sonnenbühl können die Besucher per Einbahnstraße erkunden.

Kuno Wanderer führt Besucher durch die Nebelhöhle. Foto: G. Böhm
Kuno Wanderer führt Besucher durch die Nebelhöhle. Foto: G. Böhm

Region. Nachdem die Nebelhöhle Anfang März schließen musste, dürfen Besucher seit Mai wieder in die neun Grad kühle Unterwelt abtauchen. Höhlenführer Kuno Wanderer und seine Teamkollegen achten darauf, dass die Abstände eingehalten werden.

Einiges hat sich corona-bedingt an der Nebelhöhle verändert. „Die Begehung ist derzeit nur als Einbahnstraße möglich“, berichtet Kuno Wanderer. Der bekannte Eingang von 1920 wird wie gewohnt genutzt, doch als Ausgang dient der frühere Eingang von 1803. Er endet direkt am Berghang, von dem aus man über den Parkplatz zum Ausgangspunkt zurückkommt. Eine interessante Tour übrigens, denn man lernt auch das „Nebelloch“ kennen, das der Höhle seinen Namen gab. „Wenn es im Winter draußen kälter ist als in der Höhle, sieht man die acht bis zehn Grad warme Luft hier aufsteigen“, erklärt Wanderer. „Dann sieht es aus wie ein dampfender Vulkan.“

Ein Forscher aus Stuttgart entdeckte 1920 die neue Nebelhöhle, die man durch das Kassenhäuschen als Erstes betritt. Ein Felsbogen trennt den alten Bereich, der überwiegend auf Lichtensteiner Gemarkung liegt, vom neuen, der zu Sonnenbühl gehört. Während die alte Höhle zuerst nur mit Fackeln und Kerzen begangen wurde, erhielt die neue gleich elektrisches Licht.

Über 141 Stufen geht es hinab in den Bauch der Erde. 50 Meter ist die Höhle maximal tief und 830 Meter lang. Begehbar sind davon 480 Meter, wobei die Höhle in Pandemiezeiten auf 400 Meter verkürzt werden musste. „Die engen Passagen, in denen sich Besucher zu nahe kommen, mussten wir leider sperren“, sagt Wanderer. Dazu gehört auch die Ulrichs- höhle.

Auf jeden Fall regen die Tropfsteinformationen die Fantasie an. Besonders, seit die Höhle vor sechs Jahren LED-Beleuchtung erhielt. Egal ob den Nikolaus, die Zwerge, den Dino Brutus, eine Hochzeitstorte - Kinder entdeckten das alles auf Anhieb, berichtet Kuno Wanderer, während Erwachsene etwas mehr Zeit brauchten. Gabriele Böhm

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