Weilheim und Umgebung

Das Dorf ist gespalten

Aichelberg Ortseingang
Ortseingang Aichelberg Foto: Carsten Riedl

Was ist los in Aichelberg? Bürgermeister Martin Eisele ist gestern mit 56 Prozent nur knapp im Amt bestätigt worden. Was hat er falsch gemacht in bislang 16 Amtsjahren? Warum wollten 43 Prozent Marcel Straub als Rathauschef? Einfache Antwort: Straub ist ein starker Herausforderer. Der 27-Jährige ist im Ort gut vernetzt, hat das Rüstzeug zum Bürgermeister und stieß mit seinem Wahlkampf in die weiche Flanke des Amtsinhabers. Er kam mit dem Slogan „frischer Wind“, neuen Ideen, Zeit für Veränderungen. Eisele führt Aichelberg gut und geräuschlos, er achtet auf die Geschlossenheit des Gemeinderats nach außen bis zur Selbstverleugnung. In den Kandidaten, in ihren Mentalitäten, im Altersunterschied ist das Wahlergebnis begründet. In den Sachthemen waren die Unterschiede nicht groß. Bis auf den, dass Straub das angestrebte große Gewerbegebiet an der Autobahn nicht ganz so groß will. Damit würde er aber das ganze Projekt infrage stellen. Aichelberg ist da nur ein Bewerber, es bewirbt sich bei der Region um einen Gewerbeschwerpunkt. Da ist es riskant, feilschen zu wollen. Straub hat vermutlich die junge Generation für sich und damit auch für die Kommunalpolitik begeistern können. Die Wahlbeteiligung war gut. Nur ist das Dorf jetzt gespalten. Es gibt Lager, wo es vorher keine gab. Eisele wird es schwer haben, den Riss zu kitten.


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