Weilheim und Umgebung

Das E-Bike trägt die Bibliothekarin durch die Corona-Zeit

Foto: Carsten Riedl
Foto: Carsten Riedl

Lesen ist ein Klassiker, wenn es darum geht, sich an ereignisarmen Herbsttagen die Zeit zu vertreiben. Das weiß Ellen Keller-Bitzer, Leiterin der Weilheimer Stadtbücherei, nur zu gut. „Unsere Kunden leihen gerade waschkörbeweise Bücher aus“, erzählt sie. Auch Gesellschaftsspiele und Hörbücher stehen hoch im Kurs: „Unser Spieleregal ist leergefegt, bei den Hörbüchern herrscht gähnende Leere.“ Rein beruflich gesehen ist Ellen Keller-Bitzer also gut ausgelastet. „Die Bibliotheken gehören eben zu den wenigen Institutionen, die nicht vom Teil-Lockdown betroffen sind, und erfreuen sich deshalb besonders großer Beliebtheit.“ Anders sieht es privat aus. „Mir fehlen die Sportangebote“, sagt die Bibliothekarin. Normalerweise geht sie regelmäßig schwimmen. Das ist dieses Jahr schwierig. „Deshalb haben wir jetzt aufs E-Bike umgesattelt - und bei unseren Touren immer wieder festgestellt, wie schön wir es hier haben.“ Für sie heißt die Devise in Corona-Zeiten: „So oft rausgehen wie möglich und das Immunsystem stärken.“ Auch Kochen hat für sie bereits während des ersten Lockdowns einen höheren Stellenwert bekommen. „Wir waren sehr kreativ in der Küche und haben ein richtiges Familienevent aus der Zubereitung unserer Mahlzeiten gemacht“, berichtet Ellen Keller-Bitzer. Genau wie für viele Büchereikunden spielen für die Bibliotheksleiterin und ihre Familie in Lockdown-Zeiten Medien eine größere Rolle. „Wir schauen mehr Filme und lesen noch mehr Bücher als sonst.“ Ihr Buchtipp für den Winter: „Stille Nacht in der Provence“ von Cay Rademacher. In der kombinierten Weihnachts- und Kriminalgeschichte wird ein Ehepaar in einem mittelalterlichen Dorf in der Provence eingeschneit und gerät in einen Kriminalfall. Bianca Lütz-Holoch


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