Weilheim und Umgebung

Das Gleitschirmfliegen lässt sich ohne große Hürden schnell erlernen

Herbert Porst vom Vorstand des Drachen- und Gleitschirmclubs Neidlingen über die Faszination des Paragliding

Die Faszination des Gleitschirmfliegens liegt im Simplen. Es ist die einfachste Form der Fliegerei, die sich ohne große Hürden sehr schnell erlernen lässt. Herbert Porst vom Vorstand des Drachen- und Gleitschirmclubs Neidlingen gibt Einblicke in den Sport.

Herbert Porst
Herbert Porst

Herr Porst, können auch Jugendliche den Sport ausüben?

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HERBERT PORST: Das Mindestalter für den Einstieg liegt nach Angaben des Deutschen Hängegleiterverbandes bei 14 Jahren. Allerdings müssen die Jugendlichen das 16. Lebensjahr vollendet haben, um zur Prüfung für den Luftfahrerschein zugelassen zu werden.

Interesse am Paragliding zu haben, bedeutet noch nicht, dass einem diese Art der Fliegerei auch zusagt. Haben Sie einen Rat?

PORST: Bevor sich jemand für die Ausbildung anmeldet, sollte er einen Schnuppertag besuchen, der inhaltlich dem ersten Grundkurstag entspricht. Alle Flugschulen haben ein derartiges Angebot für rund 50 Euro im Portfolio. Nach einer kurzen theoretischen Einweisung und einigen Startübungen kann beim Schnuppertag dann auch ein erster Flug absolviert werden. So kann sich jeder vergewissern, ob der Sport auch tatsächlich etwas für ihn ist. Außerdem werden die Gebühren für den Schnuppertag üblicherweise auf den Grundkurs angerechnet.

Was kostet die Ausrüstung?

PORST: Für Anfänger empfiehlt es sich, eine gebrauchte Ausrüstung zu kaufen, da sie mit zunehmender Übung schnell zu einem Gleitschirm für Fortgeschrittene wechseln. Eine gebrauchte Ausrüstung, die aus einem Gleitschirm, dem Gurtzeug und einem Helm besteht, kostet etwa 1 500 Euro. Eine neue Ausrüstung ist ab 3 000 Euro zu haben. Ein eigener Gleitschirm ist aber für die Ausbildung noch nicht notwendig. Vielmehr ist es ratsam, während der Schulungseinheiten verschiedene Gleitschirme und Gurtzeuge auszuprobieren und sich beim Kauf vom Fluglehrer beraten zu lassen. Schließlich kennt er den Flugstil und damit die Bedürfnisse des Flugschülers und kann ihm Tipps geben.

Wer den Sport beherrscht, kann ihn auch extrem betreiben. Worum geht es beim Acro-Paragliding?

PORST: Wem normales Gleitschirmfliegen zu langweilig ist, der kann sich ans Acro-Paragliding wagen. So wird das Kunstfliegen im Gleitschirmbereich bezeichnet. Kunststücke wie Drehungen oder Loopings gehören zum Acro-Fliegen dazu. Aber auch Figuren, bei denen ein Strömungsabriss entlang der gesamten Schirmbreite herbeigeführt und rückwärts geflogen wird, lassen sich mit dem Gleitschirm ausführen. Allerdings ist für das Acro-Paragliding viel Erfahrung notwendig, weil es einige Risiken mit sich bringt.

Foto: Daniela Haußmann