Weilheim und Umgebung

„Das ist eine große Nummer“

Bauarbeiten Bissingen investiert 1,7 Millionen Euro, um in Ochsenwang die Randecker-Maar-Straße und die Straße In den Grundwiesen zu sanieren. Von Heike Siegemund

Die Randecker-Maar-Straße in Ochsenwang ist in einem schlechten Zustand. Deshalb soll sie nächstes Jahr von Grund auf saniert we
Die Randecker-Maar-Straße in Ochsenwang ist in einem schlechten Zustand. Deshalb soll sie nächstes Jahr von Grund auf saniert werden.Foto: Heike Siegemund

Von einer „groß angelegten Infrastrukturmaßnahme“ spricht Bissingens Bürgermeister Marcel Musolf mit Blick auf die Sanierungs- und Tiefbauarbeiten in der Randecker-Maar-Straße und In den Grundwiesen im Teilort Ochsenwang. Auch Ingenieur Siegbert Spies vom Dettinger Büro „infra-teck“ nannte das Vorhaben in der jüngsten Gemeinderatssitzung „eine große Nummer“.

Begonnen wird im kommenden Jahr mit der Randecker-Maar-Straße. Dort gibt es laut Siegbert Spies „ein Potpourri an Straßenbefestigungen und Pseudo-Gehwege, die anfangen und wieder aufhören“. Insgesamt ist die Straße in einem maroden Zustand. Zusammen mit dem Straßenbaulastträger, also dem Landkreis, und der Gemeinde Bissingen habe man einen Konsens bezüglich des Ausbaus gefunden, den Spies den Räten im Rahmen des Vorentwurfs vorstellte. Demnach soll die Straße von Grund auf saniert werden, wobei kein Gehwegausbau erfolgt. Auch die Wasserleitung wird vollständig erneuert, inklusive der Hausanschlüsse, denn „wir haben hier immer wieder Probleme mit Rohrbrüchen“. Außerdem wird die Straßenbeleuchtung modernisiert, und es sollen an unterschiedlichen Stellen Bäume gepflanzt werden. Der „unechte Gehweg“ soll aufgelöst werden, weshalb die Straße an dieser Stelle wohl leicht verschoben werden muss.

Ein wichtiges Anliegen sei dem Landkreis und der Gemeinde eine Geschwindigkeitsreduzierung am östlichen Ortseingang in der Randecker-Maar-Straße. Diese sei dort am besten durch eine Baumpflanzung und somit durch eine Verengung der Fahrbahn zu erreichen. Damit habe das Straßenbauamt andernorts gute Erfahrungen gemacht.

Ein weiteres Thema sind Restflächen, die entstehen, weil „wir großzügige Abstände zwischen dem Straßenrand und den Grundstücken haben“, erklärte der Ingenieur. Es sei vorgesehen, diese Flächen, die in die Grundstücke hineinragen, nicht zu privatisieren und zu verkaufen; „die Leute können sie weiterhin nutzen, aber sie bleiben im Eigentum des Landkreises“, denn es handle sich um Reserveflächen für Leitungsbauarbeiten und künftige Entwicklungen. Damit jedoch hatten mehrere Gemeinderäte ihre Probleme. „Wir sind im Vorentwurf. Die Dinge können sich noch entwickeln“, betonte Musolf und sagte zu, diese Thematik nochmals mit dem Landkreis zu klären.

Was die Grundwiesen anbelangt, sind Kanalbauarbeiten und Maßnahmen an der Wasserleitung einschließlich der Hausanschlüsse erforderlich. Vorgesehen sind diese Arbeiten in den Jahren 2020 und 2021. Der alte Kanal sei zu klein dimensioniert und verlaufe teilweise durch Privatgrundstücke, sagte Spies: „Wir wollen den gesamten Leitungsverlauf ordnen, um saubere Verhältnisse zu haben.“ Auch In den Grundwiesen sei es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Rohrbrüchen gekommen. „Es ist Dringlichkeit geboten, denn wir haben Lochfraß in den Leitungen durch den lehmigen Boden.“

Im Zuge dieser Vorhaben sowohl in der Randecker-Maar-Straße als auch In den Grundwiesen hat die Gemeinde mit der Telekom Kontakt aufgenommen, um abzuklären, ob sie Lehrrohre auf ihre Kosten verlegen lässt. Dies hieße zwar noch lange nicht, dass „morgen ein Glasfaseranschluss kommt“, sagte Musolf. Aber immerhin wären dann die Voraussetzungen geschaffen. Ob die Telekom Geld investiert oder ob stattdessen die Gemeinde einspringen muss, sei offen. „Wir müssen abwarten, was da herauskommt.“

Wer trägt die Kosten?

Die Gemeinde Bissingen geht derzeit von Kosten für die Sanierung der Randecker-Maar-Straße und der Straße In den Grundwiesen in Höhe von etwa 2,2 Millionen Euro aus. Der Landkreis Esslingen beteiligt sich mit voraussichtlich 500 000 Euro, sodass für Bissingen noch 1,7 Millionen Euro verbleiben. „Das ist eine Dimension, die es so in den vergangenen Jahren für Bissingen nicht gab“, resümiert Bürgermeister Musolf. „Von der Investitionshöhe her steht das Vorhaben knapp hinter dem Rathausneubau vor 18 Jahren.“ Die Arbeiten sollen Ende des Jahres ausgeschrieben werden. Musolf hofft nun, dass die Preise nicht noch in die Höhe schnellen.

In die Schätzungen wurden auch die Kosten für die Entsorgung von Fels einbezogen. Außerdem gibt es im Straßenbelag und teilweise in den darunterliegenden Schotterschichten hohe PAK-Belastungen. Dieses Material gilt als gefährlicher Abfall und muss entsorgt werden.

Am Donnerstag, 28. Juni, informiert die Gemeinde bei einer Bürger-Veranstaltung im Gemeindesaal in Ochsenwang über die Sanierungs- und Tiefbauarbeiten. Beginn ist um 19 Uhr. hei

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