Weilheim und Umgebung

Das Streben nach einer guten Zukunft

Bildung Winfried Rindle aus Kirchheim hat sich zum dritten Mal in der Lehrerfortbildung in Uganda engagiert.

Kirchheim. Im Ruhestand daheim sitzen und Däumchen drehen - das kommt für Weilheims ehemaligen Realschulleiter Winfried Rindle nicht in Frage. Der Kirchheimer hat sich nun zum dritten Mal innerhalb von drei Jahren in der Lehrerfortbildung in Uganda engagiert und brachte seine Erfahrungen als Entwicklungshelfer in Tansania mit ein.

Afrika gilt häufig als verlorener Kontinent. Grund dafür ist die wirtschaftliche, politische und soziale Lage. Rindles Ansatz, um die Zukunft Afrikas zu verbessern, beginnt mit der Bildung. Schulische Bildung sei der Schlüssel zu einer besseren Zukunft der Jugend in Afrika. Dazu muss sich allerdings einiges ändern: Große Klassen mit bis zu 100 Schülern beeinträchtigen einen produktiven Unterricht. Am Ende eines jeden Trimesters stehen schriftliche Prüfungen an. Wer am besten auswendig lernen kann, schneidet meist auch am besten ab. Auf Teamfähigkeit oder nachhaltige Bildung wird dabei wenig Wert gelegt.

Bei seinem dritten Einsatz in der Lehrerbildung in Uganda hatte Winfried Rindle die Gelegenheit zu ausführlichen Gesprächen mit Alfred Kyaaka, dem „Commissioner for Education Secondary Schools“, was in Deutschland einem Staatssekretär im Bildungsministerium entspricht. Rindle und Kyaaka waren sich einig, dass es dringend an der Zeit ist, den Unterricht weg vom lehrerzentrierten hin zum nachhaltigen Unterrichten umzustellen.

Ähnliche Inhalte diskutierte der Kirchheimer Bildungspraktiker auch mit Betty Namogenbe, leitende Schulamtsdirektorin der Region Masaka, und verschiedenen Schuinspektoren vor Ort. Schulische Bildung sei ein Schlüssel für Entwicklung. Deshalb sollen nun auch vermehrt die Europäer unterstützend tätig werden. Andere Nationen wie beispielsweise China sind bereits sehr aktiv in Afrika. Diese spezialisieren sich auf die Entwicklung der Infrastruktur und lassen sich mit seltenen Erden bezahlen.

Winfried Rindle hofft mit seinem Engagement, die Zukunft der afrikanischen Jugend zu unterstützen. „In deren, aber auch in unserem eigenen Interesse. Die Jugend Afrikas benötigt dringend diese Chance“, so der 65-Jährige. wr

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