Weilheim und Umgebung

Das Volk huldigt seinem bärtigen Herzog

Fest Der Zähringer-Markt in Weilheim lockt viele Besucher an. Schwertkämpfe, Minnesänger und „Nidlechueche“ sind die Highlights des Spektakels. Von Thomas Krytzner

Guck mal an: Der Weilheimer Zähringer-Markt bot einige Gelegenheiten zum Staunen . Fotos: Thomas Krytzner
Guck mal an: Der Weilheimer Zähringer-Markt bot einige Gelegenheiten zum Staunen . Fotos: Thomas Krytzner

Die Zähringer waren wohl nicht nur ein fleißiges Handelsvolk, sondern sie müssen auch einen guten Draht zur Sonne haben. Diese zeigte sich zur zweiten Auflage des Zähringer-Markts in Weilheim am Wochenende von ihrer besten Seite. Bei fast wolkenfreiem Himmel zog es hunderte Besucher auf den Markt. Dutzende Stände mit Verführerischem und Dekorativem lockten zum Schauen, Staunen und Kaufen. Die Auswahl war so groß, sodass die Marktgänger die Qual der Wahl hatten. Um zehn Uhr legte das Treiben auf dem Markt richtig los. Dann konnten verschiedene Brände aus Obst von den Streuobstwiesen versucht und erstanden werden, aber auch Kunstgegenstände ließen die Gäste in der Zähringerstadt staunen. Zudem kamen viele Besucher in ihren mittelalterlichen Gewändern.

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Ritter in der Stadt

Neben Mönchen, Müllern und Landfrauen waren auch zahlreiche Ritter in die Stadt gekommen. Sie wollten vor allem auf dem Marktplatz mit ihren Schwertern um Ruhm und Ehre kämpfen. Für die Besucher waren die Schwertkämpfe ein spannendes Spektakel und immer wieder gab es Szenenapplaus. Unter den Augen des Herzogs Berthold mit dem Barte lieferten sich die Rittersleute mehrere Duelle. Was dem Sieger versprochen war, blieb bislang geheim. Man munkelt aber, dass ein besonders großes Stück Kuchen aus der Schweiz als Belohnung wartete. Der Sahnekuchen, auf Schweizerdeutsch „Nidlechueche“ genannt, ist ein typisches Gebäck aus der Zähringerstadt Murten, die zum Zähringer-Markt eine 30-köpfige Delegation nach Weilheim schickte. Den Marktbesuchern schmeckte die Spezialität, immer wieder hörte man lobende Worte. Aber auch die einheimischen Produkte kamen gut an.

Wer sich für historische Musik interessierte, kam in der Nähe des Marktbrunnens auf seine Kosten. Das Duo Zeitensprung hatte eine ganze Palette mittelalterlicher Instrumente mit dabei. In den typischen Minnesängergewändern erzählten sie singend von ihren Erlebnissen auf den Reisen durch das Zähringerland. Kurz nach Mittag verkündete der Stadtschreier auf dem Balkon des Rathauses die Ankunft des Herzogs mit seinem Gefolge. Die Fanfarentöne unterstrichen die Wichtigkeit des blauen Blutes in der Stadt. Gut bewacht von den Rittern gab sich denn Herzog Berthold mit dem Barte samt seinem Hofstaat die Ehre und besuchte die Untertanen auf dem Marktplatz. Es gab viel Jubel und Applaus aus dem Volk und als Dankeschön verteilten die Gewandeten nach dem Rundgang Schokoherzen an kleine und große Kinder. Oft konnte man beobachten, wie ehrfürchtig und mit großen Augen die jüngsten Besucher die samtenen Gewänder des Adels bestaunten.

Für Kinder viel zum Staunen

Für die Kinder gab es auf dem Zähringer-Markt viele Attraktionen. Zaubereien sorgten für Überraschungsmomente, eine spezielle Führung bot geheime Informationen aus der Zähringerstadt, und als Erinnerung konnten sich die Kinder Münzen mit Runen und Zeichen pressen und prägen lassen.

Über das Wetter konnte sich am Wochenende in Weilheim niemand beschweren.
Über das Wetter konnte sich am Wochenende in Weilheim niemand beschweren.