Weilheim und Umgebung

Dauerbrenner Löschwasserversorgung

Kommunalpolitik Der Gemeinderat von Holzmaden beschließt erste Maßnahmen zur Verbesserung der Löschwasserversorgung, die noch 2018 umgesetzt werden sollen. Von Cornelia Wahl

Sie ist schon ein Dauerbrenner, die Löschwasserversorgung in Holzmaden. Seit der Rohrnetzanalyse 2014/2015 ist bekannt, dass die Versorgung mit Löschwasser über das durchschnittlich 43 Jahre alte Trinkwasserrohrnetz in der Urweltgemeinde an ihrer Leistungsgrenze ist. „Das Netz an sich ist gut. Es gibt eine niedrige Wasseraustrittsrate und eine geringe Schadenhäufigkeit“, erzählt Bürgermeisterin Susanne Irion. Aber sie weiß auch, dass die zunehmende Bebauung und Ablagerungen in den Rohren die Leistungsfähigkeit mindern. Und so gibt es Gebiete im Ort, welche die behördlichen Pflichtvorgaben in Sachen Löschwasser unterschreiten. So zum Beispiel im Gewerbegebiet Zeller Straße und im Wohngebiet in der Niederdruckzone, in der zum Beispiel die Brunnen-, die Rain- und die Weilheimer Straße liegen.

Um den Grundschutz in den unterversorgten Ortsteilen dennoch zu gewährleisten, wird derzeit bei einem Brand automatisch der Schlauchwagen aus Weilheim alarmiert. In der Zeller Straße wurde deshalb vor Jahren am Hochbehälter eine Saugstelle eingerichtet. Die zu verwenden, ist aber wegen einer möglichen Verkeimung unzulässig, wird aber geduldet. „Kommt es dort bei einem Brand zu einer Wasserentnahme, sind wir dazu verpflichtet, den Hochbehälter leerlaufen zu lassen und zu reinigen, was vom Gesundheitsamt kontrolliert wird“, erläutert die Holzmadener Bürgermeisterin. Würde die Gemeinde in den genannten Gebieten bei einem Brand mehr Löschwasser durch die Leitung fließen lassen, würde der Druck unter die geforderten 1,5 Bar sinken. Ein Wasserrohrbruch könnte die Folge sein.

In der zurückliegenden Sitzung des Holzmadener Gemeinderats legte Dr. Esad Osmancevic von der RBS wave GmbH in einem Gutachten die Situation des Wasserrohrnetzes und dessen Schwachstellen ausführlich dar. Er empfahl dem Rat die dringende Erneuerung der Pumpen und elektrischen Anlagen im Hochbehälter und im Wasserturm, die so nicht mehr tragbar sind, und die Verbesserung der Löschwasserversorgung. Der Gemeinderat beschloss, dass zunächst die Elektrotechnik im Hochbehälter und im Wasserturm erneuert und im Industriegebiet, je nach Wirtschaftlichkeit, eine Leitung oder ein Löschwasserbehälter installiert wird. „Darüber hinaus wird in der Teckstraße erstmalig eine Leitung verlegt“, erläutert Susanne Irion.

Weitere Maßnahmen werden „in den folgenden Jahren“ ergriffen werden müssen, so etwa eine Verbindungsleitung zwischen der Blumenstraße und der Aichelberger Straße sowie der Austausch der Wasserleitung in der Rainstraße gegen ein Rohr mit einem größeren Durchmesser. „Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, dann stehen in ganz Holzmaden die gesetzlich geforderten Löschwassermengen zur Verfügung“, sagt die Bürgermeisterin. Einen Zeitrahmen für die Umsetzung gibt es nicht. „Wir müssen und wollen umsetzen“, versichert Susanne Irion, nicht zuletzt deshalb, weil das Landratsamt von der Gemeinde ein Löschwasserkonzept fordert.

Wie schnell die Umsetzung geschehen wird, hängt an der Finanzierung und an der Planung. Zum einen sei das Trinkwasserrohrnetz gebührenfinanziert. Werde am Rohrnetz nichts gemacht, muss die Gemeinde die Gebühren senken, werde investiert, müssen die Wassergebühren angehoben werden. Zum anderen steht im Bereich Rainstraße/Brunnenplatz eine Umgestaltung an. Bevor hier nichts verabschiedet ist, wird es dort keine Änderung im Wasserrohrnetz geben. Man will nicht zweimal Kosten verbrauchen. „Wir werden die Situation mit Maß und Ziel in Ordnung bringen“, beteuert Susanne Irion. Und so wird wohl noch eine ganze Zeit der Schlauchwagen aus Weilheim anrücken müssen, wenn’s brennt.

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