Weilheim und Umgebung

Der neue Blick übers Wattenmeer

Bissinger Merkle Gruppe baut das Besucherzentrum im UNESCO-Weltnaturpark bei Cuxhaven

In der Nähe von Cuxhaven ­entsteht zurzeit das neue ­Besucherzentrum des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer, kurz „WattBz“ genannt. Projektiert, gebaut und zwischenfinanziert wird das skulptural anmutende moderne Gebäude von der Bis­singer Merkle Gruppe, vormals Merkle Holzbau und Projekt Holzbau Merkle.

Es garantiert einen einzigartigen Blick übers Wattenmeer: Die Merkle Gruppe baut das neue Besucherzentrum des Naturparks bei Cux
Es garantiert einen einzigartigen Blick übers Wattenmeer: Die Merkle Gruppe baut das neue Besucherzentrum des Naturparks bei Cuxhaven.Foto: pr

Bissingen/Cuxhaven. Der Blick aus dem dreigeschossigen Gebäude wird, wenn es im September seine Pforten öffnet, weit übers Wattenmeer bei Cuxhaven gleiten. Selbst die aus- und einfahrenden Schiffe in der Elbmündung werden vom neuen Wattenmeer Besucherzentrum aus zu beobachten sein. Das neue futuristische Haus aus Holz, Glas und Stahlbeton wird weithin sichtbarer, einzigartiger Orientierungspunkt für die zahlreichen Wattenmeerbesucher sein.

Es wird damit die Vorgaben der rund 50 000 Einwohner zählenden Stadt Cuxhaven erfüllen, die bei dem Neubau Wert auf Nachhaltigkeit der Bauökologie, auf eine neue Dauerausstellung, einen entsprechenden Flächenzuschnitt und eine repräsentative Wirkung des Gebäudes legte – sozusagen als Visitenkarte für das Weltnaturerbe Wattenmeer in Niedersachsen. Außerdem wollte die Stadt, die wie viele andere auch, eher Ebbe denn Flut in der Kasse beobachtet, eine Bauzwischenfinanzierung.

Die Merkle Gruppe mit Sitz in Bissingen erfüllte diese Anforderungen an das 3,2-Millionen-Euro-Projekt (Baukosten). „Wir haben von der Zwischenfinanzierung über die Planung und den Bau einschließlich der kompletten Ausstellung alles gemacht“, sagt Dirk Öttel, einer der drei Geschäftsführer der Firmengruppe. Das Wattenmeer Besucherzentrum ist ein EU gefördertes Projekt, wobei Brüssel zwei Drittel und die Stadt Cuxhaven ein Drittel der Kosten tragen. Doch vorfinanziert wird der EU-Beitrag von der Merkle Gruppe. Das Projekt läuft wie eine öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP) und wird nach Fertigstellung im Herbst von der Stadt Cuxhaven übernommen.

Zu den Besonderheiten der ungewöhnlichen Holzkonstruktion des Gebäudes mit den großzügigen Panoramafenstern gehört nicht nur eine Auskragung von fünf Metern, sondern auch ein Teil, der in der Erde liegt – der Keller. „Und der kann überschwemmt werden. Alle elektrischen Leitungen sind an der Decke angebracht“, beschreibt Geschäftsführer Rainer Merkle dieses interessante Detail des Bauwerks. Damit wird Sturmfluten der nahen Nordsee Rechnung getragen.

Durch das neue WattBz gehen der Naturpark und die Stadt Cuxhaven von einer Steigerung der Besucherzahlen aus. Im vergangenen Jahr besuchten rund 70 000 Wattwanderer das alte Zentrum. Seit seiner Eröffnung 1989 haben es über eine Million Menschen besucht. Das Weltnaturerbe Wattenmeer erstreckt sich über den deutschen und niederländischen Teil des Wattenmeeres. Es handelt sich dabei um ein Gebiet von fast 10 000 Quadratkilometern entlang der Küste, mit einer Länge von rund 400 Kilometern.

Seit der Umstrukturierung von Merkle Holzbau und Projekt Holzbau Anfang des Jahres zur Merkle Gruppe mit rund zehn Firmen und einem Jahresumsatz von rund 17 Millionen Euro (2014), vervollständigt Tino Bühler das Geschäftsführer-Terzett.

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