Weilheim und Umgebung

Der Oldtimer wird endlich ersetzt

Feuerwehr Nach über 30 Jahren erhalten die Neidlinger Floriansjünger das lang ersehnte neue Löschfahrzeug.

Von links: Kommandant Jochen Schmid, Bürgermeister Klaus Däschler, Achim Böhm vom Nutzfahrzeugcenter Kirchheim und Kreisbrandmei
Von links: Kommandant Jochen Schmid, Bürgermeister Klaus Däschler, Achim Böhm vom Nutzfahrzeugcenter Kirchheim und Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich bei der Fahrzeugübergabe.

Neidlingen. Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich ist bei vielen Inbetriebnahmen von neuen Feuerwehrfahrzeugen dabei. Dass aber ein Fahrzeug erst nach 37 Jahren ersetzt werde, sei selten, sagte er im Feuerwehrhaus in Neidlingen. „Demletzt gab es einmal 36 Jahre.“ Für das neue Löschgruppenfahrzeug war er voll des Lobes: „Es ist optimal ausgestattet, und Preis und Leistung stimmen auch.“

Das neue Fahrzeug kostet 350 000 Euro, davon schießt das Land 90 000 Euro zu. Der Löschwassertank fasst 1600 Liter, eine Schaumzumischanlage ist fest eingebaut, auf dem Dach gibt es eine Schiebeleiter, eine Steckleiter, eine Wärmebildkamera und vier Atemschutzgeräte im Mannschaftsraum. Auf dem Dach wurde zudem ein LED-Lichtmast eingebaut.

Mit dem Löschfahrzeug, so Bürgermeister Klaus Däschler, erhalte die Feuerwehr „das notwendige Handwerkszeug für schwierige Einsatzlagen“ und sei für unterschiedlichste Gefahrenquellen gerüstet. „Wer Zeit, Courage und Einsatzwillen aufbringt und sein Leben bei der Brandbekämpfung gefährdet, der darf erwarten, dass ihm das notwendige Rüstzeug zur Verfügung gestellt wird.“

Im Gegenzug wird nach einer kurzen Übergangszeit das TLF 16/25 mit Baujahr 1982 ausgemus­tert. Die Gemeinde hatte dieses Fahrzeug im Jahr 2009 gebraucht aus Weilheim erworben, damals fast schon ein Oldtimer. Nun soll es weiterverkauft werden - mit seinem Löschwassertank kann es auch als nun echter Oldtimer noch irgendwo von Nutzen sein.

„Ganz ehrlich, notwendig und gerechtfertigt wäre dieses neue Fahrzeug schon seit über 15 Jahren gewesen“, sagte der Neidlinger Feuerwehrkommandant Jochen Schmid. „Doch die Finanzlage der Gemeinde ließ dies nicht zu. Dies hat sich zum Glück in den letzten Jahren geändert.“ Drei Jahre lang hat sich die Gemeinde Neidlingen gründlich mit der Neuanschaffung beschäftigt. Auf die europaweite Ausschreibung im Januar 2018 folgte im April 2018 der Beschluss des Neidlinger Gemeinderats zum Kauf.

Pfarrerin Ute Stolz hofft, dass das neue Fahrzeug möglichst wenig zum Einsatz kommt. „Aber es ist eine Beruhigung, dass es einsatzbereit dasteht.“ Aber ohne Menschen, die das Fahrzeug bedienen könnten, sei es nichts wert. „Deshalb segnen wir nicht das Auto, sondern bitten um Gottes Segen, dass er gelingen lässt, was ihr tut, dass ihr die richtigen Entscheidungen trefft.“

Wenn schon feiern, dann richtig: Auf die Schlüsselübergabe folgten Schlachtplatte und Fleischkäse, die Jugendkapelle des Musikvereins Neidlingen spielte, und es gab Kaffee und Kuchen im Feuerwehrhaus. Peter Dietrich

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