Weilheim und Umgebung

Der Schlussakkord ist erklungen

Konzert Die Chöre der Franziskus- und Peterskirche im Einklang: Die Aufführung „Te Deum laudamus” hat einen musikalischen Abschluss unter das Jubiläumsjahr der Stadt Weilheim gesetzt. Von Rainer Kellmayer

In ihrem Element: die vereinigten Kirchenchöre von Franziskus- und Peterskirche.Foto: Rainer Kellmayer
In ihrem Element: die vereinigten Kirchenchöre von Franziskus- und Peterskirche. Foto: Rainer Kellmayer

Ein Fest barocker Musik: Unter dem Motto „Te Deum laudamus“ haben sich die vereinigten Kirchenchöre von Franziskus- und Peterskirche in einem ökumenisch geistlichen Konzert Werken von Georg Friedrich Händel und Marc-Antoine Charpentier gewidmet. Mit der prächtigen Musik des frühen 18. Jahrhunderts begeisterten die Choristen nicht nur die Zuhörer in der Weilheimer Franziskuskirche - sie setzten damit auch einen markanten musikalischen Schlussakkord der Veranstaltungen zum Jubiläumsjahr der Stadt Weilheim.

Die 1717 geschriebene Hymne „Rühmt Gott, den Herrn, mit einer Stimm‘“ gehört nicht zu den zentralen Werken im Schaffen Georg Friedrich Händels. Denn der barocke Großmeister schrieb nicht alle Teile neu: Im damals üblichen Parodieverfahren hat er einige frühere Stücke umgearbeitet. Heraus kam dabei eine Musik, die deutsche, italienische und französische Züge trägt, jedoch typisch englisch klingt. Dem Chor waren dankbare Aufgaben übertragen. Bereits bei der opulenten Eröffnung spürte man die sorgfältige Vorbereitung durch Chorleiterin Constanze Abele. Auch in „Aus aller Welt steig‘ freudenvoll“ strahlte der Chorklang in voller Pracht - homogen und in der Balance gut austariert. Mit dem strahlenden „Hallelujah“ schloss sich der Bogen einer durchdacht aufgebauten Interpretation, in der die Gesangssolisten tragende Rollen übernahmen.

Für Gänsehaut-Momente sorgte Anna-Maria Wilke in „Gott schenkt Erbarmen“: Mit metallisch gefärbtem Sopran zog sie eine helle Leuchtspur, fein timbriert und mit makelloser Höhenlage. Der Tenor Steffen Schaff brachte sich mit klarer Deklamation ein und Bassist Bernhard Hartmann steuerte profunde Tiefe bei. Das dem historischen Klang nachspürende Orchester stützte die vokalen Aktionen ebenso sicher wie es in Händels „Concerto grosso G-Dur op. 3/3“ der Oboistin Susanne Grützmacher orchestrales Fundament gab. So getragen spielte sich Grützmacher technisch sicher durch den Notentext. Sie färbte die Melismen des Adagios mit dunklem Ton ein, und steuerte mit dem virtuosen Laufwerk des Allegros das klangprächtige Finale an.

Dialoge zwischen den Chören

Marc-Antoine Charpentiers Te Deum in D-Dur wäre sicherlich längst vergessen, wenn es nicht 1953 mit Pauken und Trompeten ins öffentliche Bewusstsein gerückt worden wäre: Als Eurovisions-Melodie eroberte das Prélude damals die Bildschirme. Und auch bei der Weilheimer Aufführung verfehlte dieser prunkvolle Auftakt zum „Te Deum“ mit markanten Paukenschlägen, strahlenden Trompetenattacken und kontrastierenden weichen Orchesterklängen seine Wirkung nicht. Dirigent Lubos Ihring setzte auf starke Kontraste, brachte die Terrassendynamik zur Wirkung, und sorgte für eine vielschichtige Wiedergabe. In „Pleni sunt coeli“ entwickelten sich herrliche Dialoge zwischen dem stets präsenten Chor und den Trompeten, und das „Aeterna fac cum sanctis tuis“ tönte mit derselben Klangpracht in den Kirchenraum wie das abschließende „In te, Domine, speravi“. Zuzana Schneider und Mareike Weiffenbach ergänzten das Ensemble der Vokalsolisten, das Orchester brachte sich klangschön und dynamisch differenzierend ein, und zusammen mit dem bestens disponierten Chor schuf man eine schlüssige Wiedergabe von Charpentiers Vertonung des Ambrosianischen Lobgesangs.

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