Weilheim und Umgebung

Die Kleiderkammer platzt aus allen Nähten

Hilfstransport Zum dritten Mal helfen Ralf Hokenmaier und seine Frau in Griechenland.

In der Boller Kleiderkammer arbeiten alle Hand in Hand für den Hilfstransport.Foto: Tilmann Ehrcke
In der Boller Kleiderkammer arbeiten alle Hand in Hand für den Hilfstransport.Foto: Tilmann Ehrcke

Bad Boll. Bei uns sind die Kartons deckenhoch gestapelt“, berichtet Bettina Kuhn vom Arbeitskreis Asyl in Bad Boll. Zusammen mit Freundinnen gründete sie das Kleiderstübchen, in der es für Flüchtlinge Kleidung für kleines Geld zu kaufen gibt. Nach einem Spendenaufruf sei die Spendenbereitschaft der Gemeinde und der ortsansässigen Firma Wala überwältigend gewesen. Aktuell gibt es sogar ein Annahmestopp, da das Lager der Boller Kleiderkammer aus allen Nähten platzt.

Das dürfte sich bald ändern, denn Ralf Hokenmaier bringt zusammen mit seiner Frau Maren Huber die gesammelten Kleiderspenden nach Griechenland, wo sie dringend gebraucht werden. „Dort kommen immer noch etwa drei Boote pro Tag mit Flüchtlingen an“, weiß er. Mit dem Wohnmobil startet das Ehepaar seine Reise, im Schlepptau ein Anhänger, der bis zum Anschlag mit Kinderkleidung, Gummistiefeln, Winterklamotten und vielem mehr beladen wird. „Jeder Platz wird genutzt“, betont er.

Bereits zum dritten Mal nehmen die beiden die 48 Stunden lange Reise auf sich, bei der man gefühlt noch viel länger unterwegs sei. Zwei Mal waren sie schon auf der Insel Lesbos. Seither stehe er in engem Kontakt mit dem französischen Aktivisten Fred Morlet, der sich vor Ort um die Errichtung neuer Flüchtlingsheime und die Organisation kümmert. Auf diese Insel brachten sie voriges Jahr unter anderem einen Krankenwagen und Medikamente. Sogar der Papst habe dem Flüchtlingslager schon einen Besuch abgestattet, um den Helfern Respekt zu zollen.

Dieses Mal geht es nach Athen, weil Morlet ein neues Flüchtlingslager aufbauen möchte, in dem 2 500 Menschen ein Zuhause finden sollen. Zwar werde es in Griechenland im Winter nicht ganz so kalt wie bei uns, aber für die Menschen, die draußen leben oder völlig durchnässt mit dem Boot ankommen, brauche man warme, trockene Kleidung. Hokenmaier ist froh, dass die Kleiderkammer ihnen schon Arbeit abgenommen hat, indem die Kleidung aussortiert und verpackt wurde.

Neben Kleidung haben auch viele Menschen Geld gespendet, mit dem Zelte gekauft werden. Außerdem müsse für Essen und Trinken gesorgt werden. Damit alle einen Tag lang ausreichend mit Essen versorgt sind, brauche man 500 Euro. Geld, das diese Menschen nicht haben. „Man weiß, wie gut es uns geht, wenn man mal dort war“, stellt der Helfer fest, „es erdet einen“.Angela Bötzl

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